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25 05 2017
Mieten steigen: Die Mietpreisbremse wirkt nicht

Im Juni dieses Jahres jährt sich die Einführung der Mietpreisbremse zum zweiten Mal. Diese Maßnahme wurde von der Bundesregierung initiiert, um den Mietanstieg in Gegenden mit einem angespannten Wohnungsmarkt einzudämmen. Wo die Mietpreisbremse aktiv ist, dürfen Mieten bei Neuvermietungen maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen – soweit die Rahmenbedingungen. Doch die Bilanz nach knapp zwei Jahren sieht ziemlich ernüchternd aus.

Steigende Mietpreise bundesweit

Seit dem Jahr 2010 ist ein kontinuierlicher Anstieg der Mieten zu beobachten. Während bisher hauptsächlich Stadtimmobilien betroffen waren, greift diese Tendenz zunehmen auch auf ländliche Regionen über. Im Vergleich zu den Großstädten ist dort die Lage allerdings relativ stabil, da die ländlichen Gegenden mit einer geringeren Zuwanderung als die urbanen Gebiete konfrontiert sind. Dennoch sind im vergangenen Jahr die ortsüblichen Vergleichsmieten bundesweit um 1,8 Prozent angestiegen. Grund dafür ist das dynamische Wachstum der Mieten bei Neuvermietung. Diese Entwicklung macht deutlich, dass die Mietpreisbremse nicht greift.

München ist die teuerste Großstadt

Besonders deutlich zeichnet sich dies in der bayerischen Landeshauptstadt ab. Mit einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 11,18 Euro pro Quadratmeter im vergangenen Jahr liegen die Mietpreise 71 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Neben München zählen Stuttgart, Köln, Frankfurt am Main und Hamburg zu den teuersten Metropolen. Grundsätzlich gilt, dass prosperierende Wirtschaftsstädte eine erhöhte Wohnungsnachfrage aufweisen, was zu einer Verengung des Wohnungsmarktes und dadurch zu einem Anstieg des Mietniveaus führt.

Schlupflöcher der Maßnahme

Doch ein Wohnungsangebot jenseits der Obergrenze ist noch nicht zwangsläufig gesetzeswidrig. Einen Ausnahmefall stellt zum Beispiel die Erstvermietung von Wohnraum dar. Auch wenn der Vormieter bereits mehr gezahlt hat, muss die Miete bei einer Weitervermietung nicht gesenkt werden. Der Deutsche Mieterbund fordert daher eine Verschärfung der gesetzlichen Maßnahme. Demnach soll eine bundesweit flächendeckende Mietpreisbremse eingeführt werden, die derartige Ausnahmefälle vermeidet – oder zumindest nachprüfbare Angaben von Vermietern fordert, wenn diese der Mietpreisbremse ausweichen wollen.

Mehr Wohnraum schaffen

Eine nachhaltige Antwort auf die Wachstumsdynamik der Mietpreise ist die Schaffung von neuem Wohnraum. Da ein Rückgang der Zuwanderung in die Metropolen vorerst nicht zu erwarten ist, braucht es neuen Wohnraum, um die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entschärfen. Bundesweit fehlen rund 850.000 Wohnungen. Um diese zu realisieren, müssen nicht nur bestehende Stadtteile verdichtet, sondern auch neue geschaffen werden. Eine tatsächliche Verschärfung der Mietpreisbremse könnte für eine kurzzeitige Entspannung des Wohnungsmarktes sorgen, bietet aber keine langfristige Lösung.

Mikroapartments als Alternative auf dem Wohnungsmarkt

Eine mögliche Alternative für bezahlbaren Wohnraum stellen Mikroapartments dar. Da die Zahl der Single-Haushalte in Deutschland stetig steigt, bieten diese kleinen und günstigen Wohneinheiten eine angenehme Lösung für Wohnungssuchende und Investoren zugleich. Über 40 Prozent aller deutschen Haushalte bestehen aus nur einer Person – aber auch für Pendler oder Studierende wird mit dem komprimierten Wohnraum eine zusätzliche Alternative geboten. Für Investoren sind Mikroapartments besonders attraktiv, da Mietertrag und Rendite höher sind als bei den herkömmlichen Neubauwohnungen.