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06082020

Das Umland wird beliebter, die Wohnqualität wichtiger

Die Lebens- und Arbeitswelt hat sich durch die Coronakrise einschneidend verändert. Viele dieser Veränderungen werden voraussichtlich langfristig Bestand haben. Wie sich das auf die Nachfrage nach Wohnraum auswirken könnte, haben nun die Immobiliendienstleister von JLL in einer Studie untersucht. Demnach haben im privaten Wohnbereich vor allem private Außenflächen sowie ein Arbeitsbereich innerhalb der Wohnung an Bedeutung gewonnen. Weil die neuen Ansprüche mit einem erhöhten Wohnflächenbedarf einhergehen, ist die Möglichkeit gegeben, dass sich die Nachfrage zum Teil aus dem Zentrum der Ballungsräume in die Peripherie verschiebt.1

Das hängt neben dem verfügbaren Wohnraumangebot, das in der Peripherie größer ist, auch mit den Preisen zusammen. Da die Preise in den Zentren bereits vergleichsweise hoch sind und sich die Wohnkosten durch ein Mehr an Wohnfläche signifikant erhöhen würden, sind Ausweichbewegungen die logische Folge. Aufgrund der Zunahme des mobilen Arbeitens, so die JLL-Studie, ist auch die Bereitschaft größer, im Umland zu leben und somit längere Pendelstrecken zum Arbeitsplatz auf sich zu nehmen.
 

Das Preisgefälle ist entscheidend

Dabei sind solche Ausweichbewegungen umso wahrscheinlicher, je größer das Preisgefälle zwischen Zentrum und Peripherie ist. Die Studie spricht von einer Preisdifferenz von mindestens 25 Prozent. Darüber hinaus muss demnach auch die Wohnkostenbelastung in den Zentren groß sein, um einen ausreichend großen Druck auf die Bewohner zu generieren, ins Umland auszuweichen.

Hinzu kommt, dass ein gewisses Homeoffice-Potenzial bestehen muss. In einer Region mit vielen Bürobeschäftigten sind Verschiebungen in die Peripherie wahrscheinlicher als in einer Region, in der die meisten Beschäftigten vor Ort arbeiten müssen. Eine besonders für Homeoffice geeignete Branchenstruktur gibt es JLL zufolge beispielsweise im Südwesten Deutschlands.
 

Die Metropolen bieten besonders viel Potenzial für Ausweichbewegungen

Als Städte mit dem größten Potenzial für Ausweichbewegungen hat JLL anhand dieser Kriterien die Metropolen München, Köln, Düsseldorf und Frankfurt am Main identifiziert, Berlin, Hamburg und Dresden sind ebenfalls unter den Top 10. Daneben finden sich auch kleinere Großstädte wie Darmstadt, Jena, Karlsruhe und Münster auf den vorderen Plätzen, die entweder alleiniges Oberzentrum in ihren Regionen sind oder sich durch eine hohe Bevölkerungsdichte auszeichnen.

JLL hat für die Studie Mitarbeiter mit unterschiedlichen Wohnsituationen in ganz Deutschland befragt. Dabei kam heraus, dass die größten Veränderungen bezüglich der Relevanz der Wohnungseigenschaften die Punkte „Privater Arbeitsbereich“, „Private Außenflächen“ und „Breitband-Internet“ betrafen, was für eine vermehrte Nutzung von Homeoffice spricht. JLL betont in der Studie aber, dass es noch offen sei, ob es tatsächlich zu größeren Ausweichbewegungen ins Umland komme. Aktuell hätten lediglich zehn Prozent der befragten Mitarbeiter angegeben, dass sie aus der Stadt ins Umland ziehen wollen.


1 www.jll.de/de/presse/veraenderte-arbeitswelten-zunahme-von-home-office-veraendert-nachfrage-nach-buero-und-wohnen

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