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03 07 2014
Berlin gibt Gas beim Wohnungsneubau

Nach dem Berliner „Nein“ zur Bebauung des Tempelhofer Feldes will Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) den Wohnungsbau mit einer neuen Initiative beschleunigen. Dazu soll per Vereinbarung zwischen Senat und den Bezirken bis Ende Juni ein „Bündnis für Wohnungsneubau“ vorgestellt werden, das neue Genehmigungsverfahren vereinfachen soll. Bauherren und Planern dürfen sich in Zukunft also über weniger bürokratische Hürden freuen.  Neue Impulse sind auch dringend notwendig, denn bereits jetzt erleidet die Hauptstadt akute Wohnungsnot.

Druck auf den Markt wächst

Die Zeit drängt, denn die Lage auf dem Wohnungsmarkt wird zunehmend angespannter. Seit dem Jahre 2004 wächst die Hauptstadt wieder kontinuierlich. Seit 2011 lag der Saldo bei 130.000  zusätzlichen Einwohnern – das entspricht immerhin der Größe einer Stadt wie Wolfsburg. Laut mittlerer Prognose der Senatsverwaltung werden bis 2030 in Berlin 250.000 Menschen mehr leben. Die Vorhersage hält sogar eine Zahl von bis zu 400.000 für möglich. Derzeit liegt der Wohnungsleerstand bei historisch niedrigen zwei Prozent, der niedrigste Stand seit Messungsbeginn. In einem ausgeglichenen Markt müsste der Wert eigentlich doppelt so hoch sein. Dabei verfüge die Stadt, so Bausenator Müller, noch über Flächenreserven für 220.000 Wohnungen. In vielen Bezirken herrschten jedoch oft Wiederstände gegen neue Bauvorhaben. Diese Haltung müsste aufgegeben werden.

Unterstützung für Bauverwaltungen

Im vergangenen Jahr wurden in Berlin rund 6641 neue Wohnungen gebaut. Um dem Bedarf von rechnerisch 137.000 Wohnungen bis 2025 näher zu kommen, soll die Zahl laut Vereinbarung auf 12.000 Wohnungen pro Jahr steigen. Um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, werden ihnen jeweils drei bis sechs zusätzliche Mitarbeiter samt technischer Ausrüstung bereitgestellt. Hierfür werden fünf Millionen Euro veranschlagt. Besonders gefördert werden die schnell wachsenden Bezirke Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Treptow-Köpenick und Lichtenberg. Mit „Sprinterprämien“ von 500 Euro sollen Mitarbeiter belohnt werden, die Genehmigungsverfahren innerhalb eines halben Jahres abschließen. Alle Überweisungen des Senats sind leistungsorientiert. Vergibt ein Bezirk weniger Neugenehmigungen als festgelegt, werden ihm Zahlungen im Folgejahr wieder gekürzt. Doch danach sieht es nicht aus. Bereits im ersten Quartal genehmigten die Berliner Ämter 4400 Wohnungen – doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die Anzahl für das Gesamtjahr 2014 könnte damit bereits absehbar über allen Erwartungen liegen.