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19 10 2017
Baukosten steigen so stark wie seit 2008 nicht mehr

Die Baukosten für neue Wohngebäude steigen schon seit Jahren kontinuierlich an, einen solchen Preisanstieg wie im August gab es aber schon seit neun Jahren nicht mehr. Um 3,1 Prozent sind die Preise für den Neubau im August 2017 im Vergleich zum August 2016 gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am 10. Oktober mitgeteilt hat.1 Bei der letzten Erfassung im Mai 2017 betrug das Plus 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, im Februar 2017 waren es 2,6 Prozent. Damit ist abzusehen, dass die Baukosten in diesem Jahr deutlich stärker ansteigen als in den Jahren zuvor. Zwischen 2013 und 2016 hatte sich der Preisanstieg im Jahresdurchschnitt noch bei Werten zwischen 1,6 und 2,1 Prozent bewegt.

Hohe Baukosten führen zu hohen Miet- und Kaufpreisen

Besonders deutlich verteuerten sich im August 2017 die Erdarbeiten, die Preise dafür stiegen um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es folgen Klempnerarbeiten (plus 3,9 Prozent), Gerüstarbeiten (plus 3,7 Prozent) sowie Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten (plus 3,6 Prozent). Ebenfalls stiegen die Kosten für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) gegenüber dem Vorjahr deutlich um 3,5 Prozent an.

Steigende Baukosten geraten zunehmend zum Problem für den Wohnungsbau. Wenn sich die Kosten für den Bau neuer Gebäude erhöhen, resultiert das später in hohen Miet- und Kaufpreisen. Projektentwickler müssen bei steigenden Baukosten teuer verkaufen, damit sich der Neubau für sie rentiert.

Dem Handwerk fehlen Auszubildende

Für hohe Baukosten werden im Allgemeinen vor allem zwei Dinge verantwortlich gemacht: steigende energetische Anforderungen an den Neubau sowie die hohe Auslastung der Bauwirtschaft. Das Bauhauptgewerbe profitiert von der hohen Nachfrage mit kräftig steigenden Umsätzen, im Juli wurde ein Anstieg von insgesamt acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gemeldet.2 Im Hochbau (also dem Bau von Gebäuden) alleine betrug das Umsatzplus sogar 11,8 Prozent.Personalmangel könnte die Baukosten noch weiter in die Höhe treiben. So leidet das Handwerk in Deutschland an einem deutlichen Mangel an Auszubildenden. Am 10. Oktober meldete der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), dass bundesweit noch 19.000 Lehrstellen offen seien. Ein Azubi-Mangel herrscht demnach vor allem im Elektro-, Sanitär- und Heizungsgewerbe.3

1 www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/10/PD17_359_61261.html;jsessionid=6ED0B2000E73CA0790F6E55454677218.cae1
2 www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/10/PD17_357_441.html
3 www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/im-handwerk-sind-noch-knapp-19000-lehrstellen-unbesetzt-aid-1.7133829