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11 09 2014
Wohnraumknappheit in Berlin: Randlagen rücken in den Fokus der Mieter

Die Wohnviertel in den äußeren Bezirken der deutschen Großstädte werden angesichts knappen Wohnungsangebots in den zentralen Lagen für Mieter immer attraktiver. Diese Randlagen – oft gleichgesetzt mit reinen Hochhausbebauungen – mögen früher als soziale Brennpunkte gegolten haben. Inzwischen können viele Vermieter und Bewohner jedoch von einem Imagewandel der Quartiere berichten. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GDW) spricht sogar von einer „Renaissance“ der Großsiedlungen.

Wohnungseigentümer im Vorteil

Seit 2007 ist die Bevölkerungszahl in den sieben größten Städten um rund 330.000 Einwohner gestiegen, teilt das Bundesbauministerium mit. Der Wohnungsneubau – so positiv er sich auch entwickelt – kann mit der daraus resultierenden Nachfrage nicht Schritt halten. Allein im vergangenen Jahr suchten in Berlin rund 48.000 Zugezogene nach Wohnraum. Und der Zulauf in die Spreemetropole soll anhalten: Erwartet werden mindestens 250.000 zusätzliche Einwohner bis zum Jahr 2030. Angesichts dessen verwundert der vielerorts zu beobachtende Mietanstieg kaum. Für 2014 prognostiziert das Analysehaus Bulwiengesa für Wohnungen in Berlin eine Spitzenmiete von 15,85 Euro und eine Durchschnittsmiete von 11,13 Euro pro Quadratmeter. So erfreulich diese Entwicklung für Investoren beziehungsweise Wohnungseigentümer ist, so hinderlich ist sie für Wohnungssuchende. Viele von ihnen können sich nur noch Bestandwohnungen in den Randgebieten leisten. Nicht wenige sind diesen Weg schon gegangen, wie Zahlen des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) zeigen: Die Leerstandsquote in den 700.000 Wohnungen aus öffentlicher und Genossenschaftshand sank in den vergangenen zehn Jahren von über fünf auf zwei Prozent.

Attraktive Immobilienanlage Hochaussiedlung

Was zunächst nach Verdrängung an den Stadtrand klingt, muss jedoch kein Nachteil sein. Zum einen sind die Außenbezirke optimal an das ohnehin sehr gute Berliner Nahverkehrsnetz angeschlossen. Zum anderen haben zahlreiche Unternehmen und der Senat hohe Investitionen in Siedlungen wie dem Märkischen Viertel getätigt. Im Ergebnis bieten heute viele Siedlungen ein bedeutend angenehmeres Wohnumfeld als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Auch die Ausstattung der Wohnungen wurde deutlich verbessert. Haupttreiber für die meisten Mieter dürfte jedoch die vergleichsweise niedrige Durchschnittsmiete von fünf Euro pro Quadratmeter sein.

Die Herausforderung für Investoren und Kommunen besteht nun darin, eine „gesunde Durchmischung“ der Bewohner dieser Siedlungen sicherzustellen. Wenn dies gelingt, stehen die Chancen gut, dass sich die Randlagen nicht nur als beliebte Wohnorte etablieren, sondern auch als Investitionsstandorte stärker beachtet werden.