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accentro-hitzigallee
22 06 2017
Wer die Wohneigentumsquote erhöhen will, muss mehr Neubauten genehmigen

Angeblich soll Bewegung in die stagnierende deutsche Wohneigentumsquote kommen. Zumindest zu Teilen der Politik soll durchgedrungen sein, dass der im internationalen Vergleich viel zu niedrige Anteil von selbstgenutztem Wohneigentum in Deutschland sowohl gesellschaftlich als auch volkswirtschaftlich schädlich ist. In den kommenden Jahren will sich die Politik daher zum Ziel machen, die Wohneigentumsquoten zu erhöhen.

Derzeit liegt die Wohneigentumsquote in Deutschland bei 47,6 Prozent. Mehr als jeder zweite Bürger wohnt in Deutschland zur Miete. Zum Vergleich: in der Europäischen Union leben durchschnittlich 70 Prozent aller Menschen in Wohneigentum. In den kommenden Jahren, heißt es nun, soll mit unterschiedlichen Fördermaßnahmen die Quote in Deutschland Jahr für Jahr um ca. ein Prozent erhöht werden. Mittelfristiges Ziel ist, knapp 60 Prozent der Bevölkerung in Wohneigentum zu bringen.

Dabei ließe sich schon heute und zwar ohne finanzielle Mehrausgaben das Ziel einer höheren Eigentumsquote fördern und zugleich der hohen Wohnungsnachfrage entgegenwirken. Es müssten dringend mehr Wohnungen gebaut werden. Und für mehr Wohnungsneubau müssten dringend mehr Baugenehmigungen erteilt werden.

Genau daran hapert es aber. Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu Baugenehmigungen in den ersten vier Monaten des Jahres 2017 sind mehr als ernüchternd. Demnach sind zwischen Januar und April 2017 insgesamt 106.500 Wohnungsneubauten genehmigt worden – mehr als 10.000 Wohnungen weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Ein Schelm, wer da mit Blick auf die Wohneigentumsquote Böses denkt.