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16 08 2018
Vor allem in Berlin steigen die Mieten stark

Um 7,9 Prozent sind die Mietpreise in Berlin im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. In keiner anderen deutschen Metropole wurde ein höherer Anstieg verzeichnet als in der Bundeshauptstadt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen JLL-Analyse, für die die angebotenen Mietpreise in den sieben A-Städten sowie in Leipzig untersucht wurden.1

Doch hat sich das Wachstum in Berlin abgeschwächt. In den beiden Vorjahren waren die Berliner Mietpreise noch um 12,8 Prozent beziehungsweise um 9,1 Prozent gestiegen. Auch in Düsseldorf, Köln, München und Stuttgart stellt JLL eine nachlassende Dynamik der Mietpreisentwicklung fest. In den fünf genannten Städten betrug das gemittelte Plus 2018 nur 4,9 Prozent nach 7,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Vor allem in Köln (plus 0,4 Prozent) und Düsseldorf (plus 1,4 Prozent) lässt sich eine Stagnation der Mietpreise feststellen.

In Leipzig greifen Nachholeffekte

Obwohl die Preise in Berlin am stärksten steigen, hat die Bundeshauptstadt gegenüber den anderen Metropolen noch immer Nachholbedarf. Unter den acht untersuchten Großstädten werden in Berlin nach absoluten Zahlen mit 11,65 Euro pro Quadratmeter nur die fünfthöchsten Mietpreise gezahlt. Am teuersten sind die Mieten in München, aber auch in Frankfurt, Stuttgart und Hamburg werden höhere Preise gezahlt.

Eine starke Entwicklung zeigt sich abermals in Leipzig, wo die angebotene Durchschnittsmiete im ersten Halbjahr 2018 zum ersten Mal sieben Euro pro Quadratmeter übersteigt. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum beträgt sieben Prozent und ist damit neben Berlin und Hamburg am höchsten. Die Studienautoren führen das starke Plus auf Nachholeffekte zurück, die in Leipzig greifen. So seien viele Wohnungen in der sächsischen Metropole inzwischen saniert, außerdem werde durch die hohe Nachfrage der einst hohe Leerstand zügig abgebaut.

Anspannung auf Wohnungsmärkten lässt nicht nach

Im Fünfjahresvergleich sind die Angebotsmieten der Analyse zufolge in allen Städten um 30 Prozent gestiegen. Die mittlere jährliche Wachstumsrate in den acht untersuchten Metropolen beträgt 5,3 Prozent. Im Fünfjahresvergleich schneidet vor allem Berlin mit einem Plus von 45,6 Prozent stark ab. In München stiegen die Mietpreise seit 2013 um rund ein Drittel, allerdings hat sich das Wachstum inzwischen deutlich verringert und beträgt 2018 nur 2,9 Prozent. Da die mittlere Angebotsmiete in der bayerischen Landeshauptstadt nun bei 19,25 Euro pro Quadratmeter liegt, ist das Potenzial für weitere Steigerungen wohl eher gering.

Insgesamt stellt die Studie nach mehreren Jahren mit sehr stark steigenden Preisen nun geringere Wachstumsraten und somit eine leichte Beruhigung der Preisentwicklung fest. Doch ist das Mietpreisniveau den Studienautoren zufolge inzwischen in vielen Metropolen so hoch, dass die Anspannung auf den Wohnungsmärkten dennoch nicht nachlässt. Dagegen könne nur ein Anstieg der Neubauzahlen helfen.

1 www.jll.de/germany/de-de/presse/2354/jll-seit-2013-auf-deutschen-wohnungsmaerkten-erhoehung-der-mieten-um-30-prozent-kaufpreise-um-54-prozent