Registrieren Sie sich, um einen persönlichen Account zu erhalten und nutzen Sie die Vorteile für Ihre individuelle Suche.
X
accentro-hitzigallee
12 11 2015
Umsatzrekord auf dem deutschen Markt für Eigentumswohnungen

Der Markt für Eigentumswohnungen in Deutschland entwickelt sich weiter dynamisch. Das geht aus dem ACCENTRO Wohneigentums-Report 2015 hervor, für den die Daten der Gutachterausschüsse für die 82 größten deutschen Wohnungsmärkte ausgewertet wurden. Die wohl wichtigste Erkenntnis: Der Umsatz, der im vergangenen Jahr in den untersuchten Städten erzielt wurde, liegt 3,6 Prozent über dem Umsatz des Jahres 2013 und erreichte mit 24,9 Milliarden Euro einen neuen Rekord. 2014 wurden zwar lediglich 128.602 Eigentumswohnungen in Deutschland verkauft – 3,3 Prozent weniger als 2013, doch lag die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen in 39 Wohnungsmärkten über jenen des Vorjahres. Dass trotz geringerer Verkaufszahlen ein höherer Umsatz erzielt wurde, liegt an den weiterhin steigenden Preisen, die im Jahr 2014 für eine Eigentumswohnung gezahlt werden mussten: Im Schnitt wechselte eine Eigentumswohnung für 193.628 Euro den Eigentümer, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 7,2 Prozent entspricht.

Markt für Eigentumswohnungen in einigen ostdeutschen Städten überaus aktiv

Immobilienkäufer hatten bislang meist die deutschen Metropolen im Blick. Wenig überraschend liefern sich daher auch im Wohneigentums-Report insbesondere München und Berlin seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zu wessen Gunsten dieses im aktuellen Berichtsjahr ausfällt, erklärt Jacopo Mingazzini, Geschäftsführer der ACCENTRO GmbH, in seinem Beitrag „Berliner Markt für Eigentumswohnungen – Potenzial heben durch Neubau".

Während München und Berlin beim Kauf und Verkauf von Eigentumswohnungen an der Spitze stehen, standen Städte in Mittel- und Ostdeutschland bislang nicht im Fokus. Dies mag auf den ersten Blick nicht überraschen, ist doch weitreichend bekannt, dass viele Landstriche im Osten Deutschlands seit der Wende mit schrumpfender Bevölkerung, einer geringen Wirtschaftsleistung und im Vergleich zu vielen westdeutschen Bundesländern mit niedrigeren Einkommen zu kämpfen haben. Doch pauschale Aussagen sind nicht angebracht. Einzelne ostdeutsche Großstädte folgen diesem Trend keineswegs, wie der Wohnungsmarkt-Report 2015 zeigt. Allen voran die sächsischen Ballungszentren Leipzig und Dresden sind bereits seit einigen Jahren regelmäßig in den Top Ten der Rankings platziert. Im aktuellen Berichtsjahr wurden in Leipzig 4.250 Wohnungen verkauft, in Dresden 3.631. Die Umsätze der Städte liegen bei 716,9 Millionen Euro bzw. 512,2 Millionen Euro. Daneben sticht im aktuellen Wohneigentums-Report Chemnitz heraus. Auf dem Wohnungsmarkt im Südwesten Sachsens kletterte die Zahl der verkauften Wohnungen um 10,6 Prozent, was deutschlandweit Platz 15 bedeutet. Ob sich hier langfristig ein positiver Trend ankündigt, bleibt abzuwarten. Man kann jedoch die These wagen, dass sich einige ostdeutsche Ballungszentren als neue Stabilitätsanker in einer sonst strukturschwachen Gegend etablieren könnten.

Verkauf von Neubauwohnungen treibt Markt für Eigentumswohnungen an

Eine der wichtigsten Ursachen für den Umsatzrekord im aktuellen Berichtsjahr ist ganz klar die Neubautätigkeit, die an Dynamik gewonnen hat. So wurden im vergangenen Jahr 24.734 Neubauwohnungen verkauft – 2,9 Prozent mehr als 2013. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist die Zahl verkaufter Eigentumswohnungen sogar um rund 50 Prozent gestiegen. Gleichzeitig kletterte von 2013 bis 2014 auch der Anteil verkaufter Neubauwohnungen an der Gesamtverkaufszahl nach oben: Während 2013 noch 18,1 Prozent aller verkauften Eigentumswohnungen neu errichtet waren, sind es im aktuellen Berichtsjahr bereits 19,2 Prozent. Das bedeutet, dass beinahe jede fünfte Eigentumswohnung, die 2014 in den 82 größten deutschen Städten verkauft wurde, eine Neubauwohnung war. Zu beachten ist jedoch, dass Hamburg – einer der wichtigsten Wohnungsmärkte in Deutschland – in seinen Erhebungen nicht zwischen Neubau und Bestand unterscheidet.

Es ist zu erwarten, dass der Neubau die (Verkaufs-)Dynamik auf den deutschen Wohnungsmärkten entscheidend beeinflussen und erhöhen wird, insbesondere in den Metropolen, die von Wohnraumknappheit geprägt sind und in denen Neubau dringend erforderlich ist. Dass die Städte das längst erkannt haben, lässt sich an den steigenden Baugenehmigungszahlen ablesen. Laut einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung weisen die Baugenehmigungszahlen für Wohnungen in deutschen Großstädten ein deutliches Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf. Jede fünfte Baugenehmigung wurde demnach in den Top-7-Städten erteilt. Die politischen Entscheidungsträger stehen nun in der Verantwortung, diese Neubauprojekte voranzutreiben und so das Angebot an neuem Wohnraum zu vergrößern. Ob das gelingt und ob schon im laufenden Jahr nochmals mehr Neubauwohnungen den Eigentümer wechseln als 2014, wird der Wohneigentums-Report im nächsten Jahr zeigen.