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accentro-hitzigallee
18 08 2016
Trotz Brexit-Krise wächst Berlins Wirtschaft weiter stark

Die Berliner Wirtschaft wächst noch stärker als bisher erwartet, und das trotz des drohenden Brexits. Dies zeigt die aktuelle Konjunkturprognose der Berliner Investitionsbank (IBB). War die Berliner Wirtschaft im ersten Jahresviertel bereits um 2,8 Prozent gewachsen, so prognostiziert die IBB für das zweite Quartal ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent. Für das dritte und vierte Quartal werden wiederum je 2,8 Prozent Wachstum erwartet. Gründe für diese außerordentlich positive Entwicklung sehen die Analysten vor allem in der stabilen Arbeitsmarktlage, der erhöhten Baunachfrage und dem besonders erfolgreichen Tourismus in der deutschen Hauptstadt. Die Prognose der IBB-Volkswirte stützt sich dabei auf die Einschätzung von 1.500 Berliner Unternehmern. Mehr als die Hälfte der Befragten konnte ihre Erträge im Vorjahr steigern. 40 Prozent gehen von einer weiteren Steigerung im laufenden Jahr aus. Als besonders positiv wird die Entwicklung des Dienstleistungsbereiches in Berlin eingeschätzt.

Auswirkungen des Brexits auf Berliner Wirtschaft geringfügig

Die Auswirkungen des Brexits auf die Entwicklung der Berliner Wirtschaft werden von den Analysten der IBB als äußerst gering eingeschätzt. Das gilt vor allem für den Außenhandel, denn Exporte nach Großbritannien spielen im Gegensatz zum gesamtdeutschen Handel für Berlin eine untergeordnete Rolle. Das gesamte Exportgeschäft Berlins beträgt lediglich 11,4 Prozent der Berliner Gesamtleistung (für ganz Deutschland sind es dagegen 39,5Prozent). Selbst ein unmittelbarer Rückgang der Berliner Exporte nach Großbritannien um 20 Prozent würde das gesamte Berliner Exportwachstum auf das Jahr hochgerechnet um nur 0,6 Prozentpunkte vermindern. Solch ein Szenario ist allerdings nach einhelliger Expertenansicht nicht wahrscheinlich. Auch Einbußen in der Tourismusbranche durch den Brexit werden sich nach Ansicht der IBB in vertretbarem Rahmen halten. Vor diesem Hintergrund sehen die IBB-Volkswirte keinen Grund, ihre Konjunkturaussichten für Berlin wegen der Brexit-Entscheidung grundlegend zu revidieren.


Wichtig für Berlin ist bereits jetzt die hohe Zahl an Unternehmensgründungen. Der Berliner Senat unterstützt und umwirbt deshalb innovative Jungunternehmen, die sich in Berlin ansiedeln sollen. Derzeit bemüht er sich besonders um Start-Ups aus der britischen Hauptstadt. Der Senat hat bereits am Tag nach der Abstimmung über den EU-Austritt Großbritanniens erste Schreiben an britische Firmen verschickt, in denen für Berlin als neuer Standort geworben wird. So soll die deutsche Hauptstadt vom Brexit direkt profitieren. Es gibt Anzeichen, dass die Initiative auf Interesse stoßen wird. Schon vor dem Referendum haben britische Firmen bereits vermehrt ihre Büros nach Berlin verlagert.