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06022020

Regulierungen gehen weiter, obwohl Wohnen bereits erschwinglicher wird

Wohl in kaum einem anderen Bereich ist die Politik in jüngster Zeit so umtriebig gewesen wie beim Thema Wohnen. Allein in den vergangenen Monaten wurden sowohl eine Verlängerung und Verschärfung der Mietpreisbremse als auch eine Mietspiegelreform beschlossen, in deren Folge der Betrachtungszeitraum für die Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete ausgeweitet wird und die Mietspiegel in der Praxis sinken beziehungsweise deutlich langsamer steigen werden. Letzteres hat Auswirkungen nicht nur auf die Bestandsmieten, sondern durch die Mietpreisbremse auch auf die Angebotsmieten.
 

Löhne steigen schneller als Mietpreise

Nicht zu vergessen der Mietendeckel, der in Berlin eingeführt wird; und die Debatte über Enteignungen von Wohnungsunternehmen köchelt auf kleiner Flamme ebenfalls weiter. In der SPD werden darüber hinaus Forderungen laut, Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen weiter zu erschweren.1 Doch sind dieses Maß und diese Zahl an geplanten und geforderten Regulierungen eigentlich notwendig und angemessen? Neue Untersuchungen zeigen eher das Gegenteil auf.

Denn wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unlängst in einer Studie analysiert hat, werden Mieterhaushalte in weiten Teilen Deutschlands mitnichten immer stärker belastet, sondern Mietwohnungen sind vielerorts in den vergangenen Jahren sogar erschwinglicher geworden.2 Und das gilt übrigens nicht nur für ländliche Gegenden und Kleinstädte, denn auch in Metropolen wie Hamburg, Köln und Frankfurt am Main können sich Haushalte die Mieten besser leisten. Zwischen 2014 und 2018 sind die Löhne dort nämlich kräftiger angestiegen als die Mietpreise.
 

Mehr Wohnungsbau führt zu langsamer steigenden Mieten

Ein Grund für diesen Trend ist natürlich die positive Lohnentwicklung der vergangenen Jahre. So ist der Bruttomedianlohn im genannten Zeitraum in Deutschland um 9,4 Prozent gestiegen, die Mieten stiegen dagegen nur um 8,5 Prozent. In Köln und Frankfurt sind die Verhältnisse noch deutlicher, dort stiegen die Löhne um 8,2 beziehungsweise 8,3 Prozent und die Mieten um 6,0 Prozent. Noch wesentlich besser lief es für Mieter in Hamburg, wo die Löhne um 8,7 Prozent stiegen und die Mieten gerade einmal um 3,3 Prozent.

Vor allem das Beispiel Hamburg macht deutlich, dass neben der Lohnentwicklung noch ein weiterer Punkt maßgeblich ist für die bessere Erschwinglichkeit des Wohnens, nämlich der stellenweise zunehmende Wohnungsbau. In Hamburg werden mehr Wohnungen errichtet als in Berlin, obwohl Berlin doppelt so viele Einwohner hat. In Hamburg ist das Wohnen deshalb erschwinglicher geworden, während in Berlin die Verhältnisse umgekehrt sind – dort wuchsen die Mieten schneller als die Löhne.


1 www.spiegel.de/wirtschaft/service/immobilien-mieterbund-will-umwandlung-in-eigentumswohnungen-erschweren-a-fa7ed846-886c-4a0f-934a-6c54641b30c0
2 www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/wohnungsmarkt-in-deutschland-mieten-wird-erschwinglicher-16586701.html

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