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18 05 2017
Privateigentümer als Vermieter: Berlin liegt unter dem Durchschnitt

Der Kauf einer Wohnimmobilie ist für Selbstnutzer finanziell lohnenswerter, als bis ins Alter in einem vergleichbaren Objekt zur Miete zu wohnen. Auch von der Sorge vor Mieterhöhungen bleiben sie verschont. Neben der Selbstnutzung eignen sich Wohnimmobilien jedoch auch als Kapitalanlage für die Altersvorsorge. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass es Unterschiede zwischen privaten und gewerblichen Vermietern gibt. Von einem Privateigentümer zu mieten kann dabei oft vorteilhaft sein. .

Die Verteilung auf dem Wohnungsmarkt

Privatpersonen sind als Vermieter auf dem Berliner Wohnungsmarkt deutlich in der Unterzahl. Dominiert wird der Mietmarkt weiterhin von Wohnungsbaugesellschaften. Das ist nicht unbedingt zum Vorteil der Mieter. Zwar sind alle Unternehmen an rechtliche Rahmenbedingungen bei der Wohnraumvermietung gebunden, ebenso wie Privateigentümer. Während Wohnungsbaugesellschaften auf ihrem Gebiet erfahren und erprobt sind, handelt es sich bei ihnen jedoch um wirtschaftlich orientierte Unternehmen, die ihre Mietverhältnisse auf professionelle Weise managen, um einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen. Die Mietkonditionen bei einem Vertrag mit einem Privateigentümer können dagegen persönlicher und offener gestaltet, da beide Parteien an der ausgewogenen Nutzung der Wohnimmobilie und einem partnerschaftlichen Verhältnis interessiert sind. Eine Folge dieser Einstellung ist die Tatsache, dass private Vermieter die Mieten seltener erhöhen als gewerbliche, wie Untersuchungen belegen. Die Kommunikation mit einer Privatperson ist vielfach einfacher, schneller und persönlicher – im Alltag oft ein großer Vorteil.

Berlin ist Schlusslicht in Deutschland

Mit einer Wohneigentumsquote von 15 Prozent liegt die Hauptstadt sowohl deutlich unter dem Bundesdurchschnitt als auch unter dem von internationalen Metropolen. So beläuft sich die Wohneigentumsquote in London auf 22 Prozent, in New York sogar auf 31 Prozent. Selbst deutsche Großstädte, wie Hamburg, München und Frankfurt am Main, haben eine durchschnittliche Wohneigentumsquote von etwa 20 Prozent. Trotz der günstigen Rahmenbedingungen, wie Niedrigzins und steigende Einkommen, bildet Berlin das Schlusslicht in diesem Ranking, wie aus Zahlen der Statistischen Landesämter hervorgeht. Das liegt nicht zuletzt an der Berliner Politik, die sich mehr an den Interessen der Mieter als an der Schaffung von Wohneigentum orientiert. Im Angesicht drohender Altersarmut sollte sie jedoch die Vorteile von Wohneigentum berücksichtigen und bei der Bildung dieser klassischen Altersvorsorgeform unterstützen.

Vorschläge zur Förderung von Wohneigentum

Um die Bildung von Wohneigentum voranzutreiben, hat die Politik mehrere Hebel. So können eine Absenkung der Grunderwerbsteuer, die aktuell in Berlin sechs Prozent beträgt, die Unterstützung von Schwellenhaushalten durch die Investitionsbank Berlin mithilfe zinsgünstiger Darlehen sowie die Abschaffung des Umwandlungsverbots in Milieuschutzgebieten dazu beitragen, die Wohneigentumsquote zu erhöhen. Die Förderung von Wohneigentum gehört immerhin zum gesetzlichen Auftrag der Berliner Regierung, wie Artikel 28 der Landesverfassung festlegt. Dieser zielt auf eine durchs Land geförderte Schaffung und Erhaltung von Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen ab und soll die Schaffung von Wohnraum fördern, indem er ein Recht auf angemessenen Wohnraum festschreibt. Zudem heißt es in Artikel 47, dass das Land verpflichtet ist, im Rahmen seiner Kräfte für die Verwirklichung des Rechts auf eine angemessene Wohnung zu sorgen, insbesondere durch Förderung von Wohneigentum, durch Maßnahmen des sozialen Wohnungsbaus, durch Mieterschutz und Mietzuschüsse.