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28 08 2014
OECD: Deutsche Wohnimmobilien weiter erschwinglich

Knappes Angebot, steigende Nachfrage, billige Kredite: In keinem Euroland werden dieses Jahr die Preise für Wohnimmobilien so stark steigen wie in Deutschland. Das sagt die Ratingagentur Standard & Poor’s in einer Analyse voraus. Die niedrige Arbeitslosigkeit, die bessere Verbraucherstimmung und eine zunehmende Einwanderung treiben die Preise an. Der Analyse zufolge werden deutsche Wohnimmobilien deshalb 2014 im Schnitt um 4,5 Prozent und kommendes Jahr um weitere 4 Prozent teurer – ein Spitzenwert in der Eurozone. Nur in Großbritannien, das der Währungsunion nicht angehört, steigen die Preise noch schneller. Aber trotz der steigenden Preise ist der deutsche Markt weiterhin ein lohnendes Investitionsziel.

Sicherer Hafen Deutschland

Zwar stiegen die Hauspreise um 8,1 Prozent im vergangenen Jahr. Wenn man aber die Preisentwicklung der vergangenen zehn Jahre betrachtet, sind die Preise für Wohnimmobilien nur knapp über der Inflationsrate angestiegen. Der starke Zuwachs der Preise ist nur ein natürlicher Aufholprozess. In der Bundesrepublik ist sogar Wohneigentum immer noch am erschwinglichsten im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In einer Untersuchung hat die OECD die Wohnimmobilienpreise mit den durchschnittlichen Löhnen und Mieten verglichen, um mögliche Überhitzungstendenzen der Märkte festzustellen. Deutschland schneidet hier gut ab. Nach Angaben der OECD sind die deutschen Wohnimmobilienpreise deutlich unterbewertet – sowohl auf die Löhne als auch auf die Mietzahlungen bezogen.

Preisblase in England?

Ganz anders die Situation in Großbritannien. Der englische Notenbankchef Mark Carney sieht den Immobilienmarkt als größtes Risiko für die britische Wirtschaft. Der Häusermarkt hat sich nach der Finanzkrise rasant erholt. Nach Angaben des englischen Statistikamtes stiegen die Kaufpreise für Häuser seit 2009 um 26 Prozent. Laut OECD sind hier die Häuserpreise im Verhältnis zu den Löhnen um 23 Prozent überbewertet und um 32 Prozent gegenüber den Mieten. Daher möchte die Notenbank die Zinsen anheben, um den Anstieg der Preise zu dämpfen.

Dagegen bietet sich in den europäischen Peripheriestaaten ein anderes Bild. Die Finanz- und Schuldenkrise hat in Ländern wie Portugal oder Irland zu einem starken Abfall der Preise auf dem Wohnungsmarkt geführt. Die Preise sind hier unterbewertet. Die Ausnahme ist Spanien – hier sind die Wohnimmobilienpreise nach Angaben der OECD leicht überbewertet.