Registrieren Sie sich, um einen persönlichen Account zu erhalten und nutzen Sie die Vorteile für Ihre individuelle Suche.
X
accentro-hitzigallee
15 06 2017
Mietspiegelprognose für 2019

Kritik an der Mietpreisbremse, neue Gesetzesvorschläge und die andauernde Diskussion um die steigenden Mieten der Hauptstadt – die Debatte findet kein Ende. Der Berliner Mietspiegel 2017, der kürzlich veröffentlicht wurde, hat einige Fragen aufgeworfen und Vorwürfe laut werden lassen. In einer Stellungnahme des BFW Landesverbands Berlin/Brandenburg e.V. zum diesjährigen Berliner Mietspiegel reagiert der Verband auf die jüngsten Berechnungen der durchschnittlichen Mietwohnpreise.

Kritik an der Mietspiegelstruktur

Als Preistreiber für den Mietspiegel macht der Verband demnach nicht die Neubaumieten verantwortlich, sondern die Bestandsmieten. Er verweist dafür auf Zahlen zum Berliner Wohnungsmarkt. Ihnen zufolge geht es um etwa 1,9 Millionen Wohnungen, von denen lediglich 13.800 im vergangenen Jahr hinzugekommen sind. Bestandswohnungen haben also deutlich mehr Einfluss auf den Mietspiegel. Da die Mietpreisbremse bei Neuverträgen für Bestandswohnungen den Spielraum stark einschränkt, in Berlin aber ein großer Nachfrageüberhang existiert, haben viele Vermieter die Bestandsmieten vorzeitig so weit erhöht, wie der gesetzliche Rahmen das zulässt. Zudem wurden bei der diesjährigen Erhebung erstmals Änderungen bei der Mietspiegelstruktur vorgenommen. Eine davon ist die Streichung der Kategorie „Sondermerkmale“, mithilfe derer der Mietspiegel für sehr gut ausgestattete Wohnungen angepasst werden konnte. Der Verband sieht als Folge dieser Streichung eine Verzerrung im gesamten Mietspiegel.

Konsequenzen politischer Entscheidungen

Auch für das Jahr 2019 geht der Verband von einem hohen Mietspiegel aus. Grund dafür ist das Aufeinandertreffen von Gegensätzen auf dem Markt. Der langfristige Investitionshorizont von Immobilienanlegern trifft auf kurzfristige Entscheidungen seitens der Politik. Je mehr Gesetze einen Neubau erschweren oder das Mietrecht abwandeln, desto unattraktiver wird die Anlage in Immobilien. In dem Maße, in dem so konstante und risikoarme Rahmenbedingungen wegfallen, verschwindet auch das Interesse an dieser bis dato attraktiven Investitionsmöglichkeit. Es resultieren ein andauernder oder gar steigender Nachfrageüberhang und somit auch ein fortlaufender Anstieg der Mieten für knappen Wohnraum. Bereits das erste Quartal 2017 zeigt eine Abnahme der Bauanträge im Geschosswohnungsbau um 8,5 Prozent auf. Ein Anstieg der Baugenehmigungen um rund 132 Prozent im gleichen Zeitraum ist hingegen für Mehrfamilienhäuser in Brandenburg zu verzeichnen, ein Hinweis, dass es zu Ausweichbewegungen in die Peripherie der Hauptstadt kommt. In Anbetracht dieser Zahlen und Rahmenbedingungen prognostiziert der Verband für 2019 einen deutlich höheren Mietspiegel als noch in diesem Jahr. Wie sich die politischen Entscheidungen letztendlich auf die Dynamik des Marktes auswirken werden, lässt sich an dieser Stelle vorerst nur beobachten.