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07 08 2014
Mietpreisbremse: Geringe Auswirkungen für private Kapitalanleger

Künftig sollen Vermieter bei Abschluss eines neuen Mietvertrags die Miete nur so weit erhöhen dürfen, dass sie maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt – so sieht es der Gesetzentwurf zur Mietpreisbremse von Bundesjustizminister Heiko Maas vor. Wohnungen, die erstmals vermietet werden, sollen von der Regelung ausgeschlossen sein.

Kürzlich gab der Bundesjustizminister zudem bekannt, dass Neubauwohnungen möglicherweise ebenfalls ausgeschlossen werden sollen. Zudem könnten Vermieter nach Modernisierungen künftig zehn Prozent der Kosten auf die Miete umlegen, bis die Kosten sich amortisiert haben. Derzeit beträgt der umlagefähige Kostenanteil noch elf Prozent. Gegen die Pläne von Bundesjustizminister Maas regt sich teils heftige Kritik aus der Immobilienwirtschaft. Doch was würde die Regelung für private Wohnungseigentümer bedeuten, die ihre Eigentumswohnung vermieten?

Wiedervermietung: Miete muss nicht reduziert werden

Zunächst gilt: Die bislang geforderte Miete muss bei Abschluss eines neuen Mietvertrags nicht reduziert werden. Ein Wertverlust der Kapitalanlage droht also nicht. Möchte der Vermieter die Miete bei einem neuen Vertragsabschluss erhöhen, darf sie die genannte Grenze nicht überschreiten. Ein Beispiel: Beträgt die ortsübliche Vergleichsmiete 6 Euro pro Quadratmeter, dürfte die Miete nach einer Mieterhöhung nicht mehr als 6,60 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche betragen. Hat bereits der vorherige Mieter einen höheren Mietpreis bezahlt, darf der Vermieter diesen Preis weiter fordern. Wichtig ist dabei: Die Mietpreisbremse betrifft nur Mietverträge, die neu abgeschlossen werden. Bestehende Verträge sind nicht betroffen. Möchte ein Wohnungseigentümer die Miete erhöhen, muss er sich zunächst informieren, wie hoch die ortsübliche vor Ort liegt. Wie Bundesjustizminister Heiko Maas nun angekündigt hat, sollen auch die ersten drei bis vier Wiedervermietungen von Neubauten nicht von der Mietpreisbremse betroffen sein.

Modernisierungsumlage sinkt: Kosten amortisieren sich langsamer

Wird der umlagefähige Anteil der Modernisierungskosten von zehn auf elf Prozent reduziert, wird es etwas länger dauern, bis die Kosten für Modernisierungsmaßnahmen für Wohnungseigentümer wieder ausgeglichen sind. Ob dies Wohnungseigentümer davon abhalten wird, in Bestandswohnungen zu investieren, ist fraglich. Letztendlich ist derzeit noch nicht abzusehen, ob und in welcher Form die Mietpreisbremse eingeführt wird. Nach der Sommerpause soll der Gesetzentwurf im Kabinett diskutiert werden.