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accentro-hitzigallee
23 11 2017
Mehrheit der Mieter sieht keine Möglichkeit, sich Eigenheim zu leisten

Mehr als die Hälfte der deutschen Mieter würde lieber im Eigentum leben – doch die meisten sind der Ansicht, sich das nicht leisten zu können. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der ING-DiBa, die in 13 europäischen Ländern mit rund 13.000 Teilnehmern durchgeführt wurde.1 Demnach würden 51 Prozent der deutschen Mieter gerne ins Eigentum wechseln. Auf der anderen Seite stimmen jedoch 56 Prozent der Aussage „Ich werde es mir wahrscheinlich nie leisten können, ein Haus zu kaufen“ zu. Außer in Großbritannien sehen damit europaweit nirgends so wenige Menschen die Möglichkeit, den Kauf eines Eigenheims zu stemmen.

Eigentümer sind glücklicher als Mieter

Erst vor wenigen Wochen kam eine repräsentative Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) zu einem ähnlichen Ergebnis.2 Demnach hält zwar die Mehrheit der deutschen Sparer selbst genutzte Immobilien für das beste Instrument zum Vermögensaufbau, doch ist die Bereitschaft junger Deutscher, Wohneigentum zu erwerben, deutlich zurückgegangen. Für die Menschen ist das ein Problem, denn einerseits sind Eigentümer glücklicher als Mieter. Knapp 80 Prozent der Eigentümer äußerten sich der ING-DiBa-Umfrage zufolge zufrieden mit ihrer Wohnsituation, bei den Mietern waren es nicht einmal 60 Prozent. Andererseits ist die Bildung von Wohneigentum insbesondere für junge Menschen ein wichtiger Beitrag zur persönlichen Altersvorsorge.

Die Umfrage der ING-DiBa zeigt nun einen Grund, warum die Wohneigentumsquote in Deutschland trotz der Beliebtheit und der Vorteile von Wohneigentum bereits seit Jahren bei 45 Prozent3 – dem EU-weit niedrigsten Wert – stagniert. Viele deutsche Verbraucher glauben, sich ein Eigenheim keinesfalls leisten zu können, und beschäftigen sich deshalb auch nicht näher mit dieser Möglichkeit. Dabei ist Kaufen in den meisten Regionen Deutschlands faktisch sogar günstiger als Mieten, wie der vor Kurzem vorgestellte ACCENTRO-IW-Wohnkostenreport 2017 aufgezeigt hat. Demnach ist die monatliche Belastung für Wohnungskäufer im bundesweiten Schnitt um 33 Prozent geringer als für Mieter, was insbesondere an den derzeit historisch günstigen Zinsen liegt. Selbst wenn das Zinsniveau bei der Anschlussfinanzierung auf 4,5 Prozent ansteigen sollte, sind Eigentümer immer noch bessergestellt als Mieter.

Beratung ist empfehlenswert

Eine Hürde, die viele potenzielle Wohnungskäufer vor ein Problem stellt, ist allerdings nicht unbedingt die monatliche finanzielle Belastung, sondern das aufzubringende Eigenkapital. Selbst bei einer 100-prozentigen Finanzierung müssen Wohnungskäufer für die Kaufnebenkosten immer noch eine hohe Summe selbst aufbringen. Das liegt vor allem an der Grunderwerbsteuer, die von den Bundesländern seit Jahren stetig erhöht wird. Trotz dieser Schwierigkeiten ist jedem, der sich ein Eigenheim wünscht, aber zu empfehlen, sich fachkundig beraten zu lassen und die eigenen finanziellen Möglichkeiten einmal genau durchzurechnen.

1 www.ing-diba.de/pdf/ueber-uns/presse/publikationen/ing-diba-economic-analysis-iis-homes-and-mortgages-2017-13112017-1.pdf
2 www.accentro.de/service-leistungen/branchennews/detail/eigenheim-als-anlage-sehr-beliebt-trotzdem-planen-weniger-den-kauf
3 www.lbs-markt-fuer-wohnimmobilien.de/inhalt/bestandszahlen/wohneigentumsquoten-in-deutschland-europa