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18 01 2018
Mehr Wohnraum durch engere Zusammenarbeit von Kommunen und Unternehmen

In Köln ist ein Bündnis zwischen öffentlichen und privaten Immobilienakteuren gegründet worden.1 Teil des „Kölner Wohnbündnisses“ sind die Stadt Köln, die Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen (köln ag), die Wohnungsbau Initiative Köln (WIK), der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 (Haus und Grund), der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) sowie der Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen.

Kölner Wohnbündnis soll 6.000 Wohnungen jährlich schaffen

Der Fokus des Bündnisses soll nach Angaben der Stadt auf der „Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, vornehmlich von bezahlbaren Geschosswohnungen“ liegen. Möglich sein soll das durch eine engere und erweiterte Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen und den privaten Akteuren sowie eine gemeinsame Zielsetzung. Die Beteiligten wollen jedes Jahr 6.000 neue Wohnungen errichten, um den Wohnraummangel in Köln zu lindern. Die Ende November 2017 getroffene Vereinbarung soll bis 2030 gelten. 2016 wurden in Köln lediglich 2.387 neue Wohnungen fertiggestellt. Die Zahl der Baugenehmigungen lag im selben Jahr bei 3.767 Wohnungen.2

Um die Bauzahlen zu erhöhen, hat die Stadt Köln mehrere Maßnahmen angekündigt. Die drängendsten Probleme sind aus Sicht der Kölner Immobilienwirtschaft der Mangel an Bauflächen sowie die langwierigen Genehmigungsverfahren, deshalb sollen insbesondere zusätzliche Wohnflächenpotenziale mobilisiert und die Bauleitplanverfahren beschleunigt werden. Bereits eingerichtet wurde eine Wohnungsbauleitstelle, deren Hauptziel es ist, die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu verkürzen.3 In anderen Metropolen wie Hamburg und Berlin gibt es solche Leitstellen schon seit längerer Zeit.

Hamburg ist Vorreiter

Auch das Kölner Wohnbündnis ist nicht das erste seiner Art in deutschen Metropolen. In Hamburg gibt es ein ähnliches Bündnis bereits seit einigen Jahren. 2011 wurde dort das „Bündnis für das Wohnen in Hamburg“ unter anderem zwischen Senat, Verbänden der Wohnungswirtschaft und Mietervereinen geschlossen. Im Sommer 2016 ist das Bündnis mit höheren Zielen erneuert worden.4 Wie in Köln ist das Kernziel der Hamburger Vereinbarung, den Wohnungsbau anzukurbeln. Mindestens 10.000 neue Wohnungen sollen demnach jedes Jahr errichtet werden. Wie die Stadt mitteilte, sollen straffere Genehmigungsverfahren, die Bereitstellung bezahlbarer städtischer Flächen und eine Erhöhung der Wohnraumförderung beim Erreichen dieses Ziels helfen.

In Berlin andererseits existiert ein solches Wohnungsbündnis zwischen Politik und Wirtschaft nicht, und seitens der Politik sind auch keine Bestrebungen bekannt, eines aufzubauen. Zwar gibt es eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Senat und den sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften, doch ist die freie Berliner Wohnungswirtschaft nicht Teil davon. Auch in einem 24-köpfigen Arbeitsgremium, das seit Oktober 2017 für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Partizipationsleitfaden für Bauprojekte erarbeitet, sitzt kein Vertreter der Wohnungswirtschaft.5 Die Berliner Immobilienbranche beklagt deshalb häufiger, dass der Dialog zwischen Wohnungswirtschaft und Politik zu kurz kommt.

 

1 stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mit-vereinten-kraeften-koeln-als-wohnstandort-staerken
2 stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-bauen-und-wohnen/wohnungsbau_in_k%C3%B6ln_2016_fast_5000_wohnungen_im_bau_bw_nks_2017_5.pdf
3 ksta.de/koeln/schneller-zum-neubau-in-koeln-leitstelle-soll-weg-zur-baugenehmigung-verkuerzen-28231998
4 hamburg.de/bsw/buendnis-fuer-das-wohnen/
5 tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/wohnungspolitik-in-der-hauptstadt-wer-hat-beim-bauen-das-sagen-in-berlin/20596228.html