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03 11 2016
Mehr Genehmigungen für Wohnungsneubau in Deutschland

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 182.800 Genehmigungen für den Bau von Wohnungen in Deutschland erteilt worden. Das sind 30,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In absoluten Zahlen ausgedrückt, gab es einen Zuwachs um  rund 42.700 Baugenehmigungen. Von den in den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 genehmigten Wohnungen waren 18.900 in Mehrfamilienhäusern (plus 30,7 Prozent). Aber auch die Anzahl genehmigter Wohnungen in Zweifamilienhäusern legte um 18,3 Prozent beziehungsweise um 1.800 Wohnungen erheblich zu. Die Zahl der Genehmigungen für Wohnungen, die nicht im Neubau, sondern durch Um- und Ausbaumaßnahmen im Gebäudebestand entstehen, erreichte im ersten Halbjahr 2016 mit 25.800 Wohnungen ebenfalls einen neuen Höchstwert. Zuletzt war ein solch hoher Wert im Jahr 1998 (27.600) erreicht worden.

Wohnungsneubau auf dem richtigen Weg, aber noch hinter Bedarf

Die Gründe für das verstärkte Interesse für den Wohnungsneubau in Deutschland sieht eine aktuelle LBS-Studie vor allem in der verstärkten Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten, im weiter anhaltenden niedrigen Zinsniveau und in fehlenden Anlagealternativen. Die Studie stellte auf Basis einer Auswertung der amtlichen Bautätigkeitsstatistik fest, dass ein Großteil der Aktivität im Geschosswohnungsbau stattfindet. Nach Ansicht der LBS-Forscher ist der Neubau damit quantitativ auf dem richtigen Weg. Dennoch sind die Zahlen noch immer zu niedrig. Nach Einschätzung der Experten ist davon auszugehen, dass bis zum Jahr 2020 jährlich zwischen 350.000 und 400.000 Wohnungen entstehen müssen, um den Bedarf in Deutschland zu decken.

Bauland in Berlin und Brandenburg wird teurer

In Berlin werden mittlerweile aufgrund der verstärkten Nachfrage die Flächen für Bauland knapp und teuer. In Brandenburg hingegen ist die die Zahl der verkauften Baulandflächen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, und der durchschnittliche Quadratmeterpreis hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Zahlen des Landesstatistikamtes wurden in Berlin im vergangenen Jahr zwar weniger Verkäufe getätigt, dafür lag der Kaufwert weit über dem der vergangenen Jahre. Insgesamt wechselten in der Hauptstadt 1.074 unbebaute Grundstücke den Besitzer, 76 weniger als noch im Jahr 2014. Der durchschnittliche Kaufwert pro Quadratmeter lag bei 424 Euro (plus 40 Prozent). Mit Abstand am teuersten ist Bauland im Innenstadtbezirk in Mitte. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis betrug im Jahr 2015 2.264 Euro. Die wenigsten Verkäufe gab es in Friedrichshain-Kreuzberg (20) und Charlottenburg-Wilmersdorf (23). Mit 1.784 beziehungsweise 1.375 Euro pro Quadratmeter sind diese beiden Bezirke nach Mitte am teuersten. In Brandenburg erreichten die Preise für Bauland im Jahr 2015 einen neuen Höchststand seit dem Jahr 1991. Hier wurden durchschnittlich rund 57 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Das ist ein Anstieg von gut 16 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014. Insgesamt wurden 7.484 Verkäufe getätigt, 850 mehr als im Vorjahr. Dabei ist die Nähe zur Metropole Berlin jedoch entscheidend für den Preis und die Anzahl der verkauften Baugrundstücke. So wurden die meisten Verkäufe im Landkreis Teltow-Fläming registriert. Am teuersten waren die Grundstücke in Potsdam.