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10 03 2016
Kaufen bleibt die günstigere Alternative

Trotz gestiegener Kaufpreise bleibt Wohneigentum günstiger als das Wohnen zur Miete. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Diese zeigt, dass die Kosten für Selbstnutzer einer Wohnimmobilie im Durchschnitt 30 Prozent unter denen von Mietern liegen. Einen Grund dafür sehen die Experten in den niedrigen Zinsen, die den Preisanstieg für Wohneigentum deutlich kompensieren. Und das obwohl die Preise für Wohneigentum, vor allem in Großstädten, schneller steigen als die Mieten. Die Studie sieht auf Grund dessen aber keine Gefahr einer spekulativen Blase. Diese ist den Experten zufolge nur gegeben, wenn die Selbstnutzerkosten über den Mieterkosten liegen. In 402 deutschen Kreisen und Städten ist das Wohnen im Eigentum aber deutlich preiswerter als zur Miete. Auf Grund dieses Selbstnutzervorteils sind seit 2010 die Kaufgesuche von deutschen Haushalten deutlich angestiegen, wie die Forscher des Instituts bestätigen.

Berlin ist attraktiver Standort für Eigennutzer

Der Erwerb von Wohneigentum lohnt sich auch in begehrten Städten wie Berlin, das belegen die Zahlen des IW und die einer Studie des Immobilienverbandes (IVD) Berlin-Brandenburg. In der Hauptstadt liegt die Wohneigentumsquote lediglich bei 14,8 Prozent. Berlin ist bekanntermaßen Mieterstadt und das obwohl die Kosten laut IW für eine Mietwohnung mit 7,65 Euro pro Quadratmeter durchschnittlich höher sind, als die Kosten für Selbstnutzer einer Eigentumswohnung. Diese liegen bei 4,84 Euro pro Quadratmeter und bescheren Selbstnutzern in Berlin einen satten Kostenvorteil von mehr als 35 Prozent. Damit liegt Berlin etwas über dem Bundesdurchschnitt. Unter Berücksichtigung der Zinskosten, der Opportunitätskosten, der laufenden Instandsetzungs- und Abnutzungskosten sowie der Grundstückspreisentwicklung liegen Eigennutzer im Bundesdurchschnitt etwa 30 Prozent unter den Kosten von Mietern. Von den zehn größten Städten in Deutschland ist Berlin sogar  der Standort, der den höchsten Kostenvorteil für Selbstnutzer bringt. Sonst so begehrte Städte wie München oder Stuttgart landen laut IW nur auf den hinteren Rängen.

Die Studie des IVD kommt zu einem ähnlichen Fazit. Der Kauf einer Eigentumswohnung ist in allen Berliner Lagen günstiger als zur Miete zu wohnen. Gründe für das große Interesse an Wohneigentum in Berlin sieht der IVD jedoch nicht nur in den niedrigen Zinsen, sondern auch in dem gestiegenen Haushaltseinkommen der Berliner. Die Studie, welche die Erschwinglichkeit von selbstgenutzten Wohnraum in Gesamtdeutschland untersucht hat, kommt ferner zu dem Ergebnis, dass sich im Osten Berlins die günstigsten Eigenheime in Deutschland finden lassen.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen dafür entscheiden, eine Immobilie zur Eigennutzung in der deutschen Hauptstadt zu erwerben. Der Kauf einer Wohnung erfordert zwar Eigenkapital, doch die Investition von Ersparnissen in eine Immobilie lohnt sich unter anderem aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. Liegt das Geld auf der Bank, bringt dieses häufig kaum bis gar keine Zinsen. Berücksichtigt man die Inflation sprechen manche sogar von einem Verlustgeschäft. Die anhaltende Niedrigzinsphase hat jedoch auch Vorteile. Sie ermöglicht es vielen Haushalten trotz gestiegener Preise Wohneigentum durch günstige Kredite zu erwerben. Und das dient nicht nur der Unabhängigkeit vom Vermieter, sondern auch dem Schutz vor undurchsichtigen sowie steigenden Wohnnebenkosten. 

Zur Miete wohnen birgt Kostenfallen

Der Wunsch nach Transparenz bei den Wohnkosten und das Misstrauen gegenüber dem Vermieter sind bei den Deutschen stark ausgeprägt. Die meisten Mieter in Deutschland sind der Meinung, dass der Vermieter ihnen regelmäßig eine falsche Nebenkostenabrechnung zukommen lässt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der TU Darmstadt. 77 Prozent der Befragten gaben an, dass der Vermieter kein Interesse zeige, die Nebenkosten gering zu halten. Dabei ließe sich gerade bei Müllentsorgung und Stromversorgung einiges einsparen. Nicht zuletzt auf Grund der steigenden Unzufriedenheit als Mieter, sondern eben auch durch den enormen Kostenvorteil den eine Wohnimmobilie bringt, gehen die Experten des IW von einer weiter steigenden Wohneigentumsquote aus. In den nächsten Jahren rechnen sie mit einem Anstieg von mehr als 50 Prozent. Zudem gelten Immobilien nach wie vor als sichere Altersvorsorge.