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accentro-hitzigallee
16 02 2017
In Großstädten gibt es kaum noch freie Wohnungen

In deutschen Großstädten gab es im Jahr 2015 kaum noch freie Wohnungen. So lag in den Metropolen Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und München die Leerstandsquote unter einem Prozent. Aber auch in anderen wachsenden Ballungsgebieten waren freie Wohnungen Mangelware. Im Durchschnitt betrug der Anteil leerstehender Wohnungen im Jahr 2015 in den kreisfreien Großstädten nur noch 1,9 Prozent. Die Tendenz ist weiter rückläufig. Die Zahlen basieren auf Berechnungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die amtlichen Berechnungen beruhen auf einer rechnerischen Fortschreibung der Leerstandsdaten der Gebäude- und Wohnungszählung aus dem Jahr 2011.

Leerstandsquote von Wohnungen liegt bundesweit unter fünf Prozent

Bundesweit ist die Leerstandsquote bei Wohnungen im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf 4,5 Prozent gesunken. Das entspricht einer Anzahl leerstehender Wohnungen in der Bundesrepublik Deutschland von 1,8 Millionen. Generell standen im Jahr 2015 in allen 16 Bundesländern weniger Wohnungen leer als noch im Jahr 2014. Die östlichen Flächenländer Sachsen-Anhalt (11,3 Prozent), Sachsen (10,1 Prozent) und Thüringen (8,4 Prozent) wiesen die höchsten Anteile an leerstehenden Wohnungen auf. Von Wohnungsleerstand besonders betroffen waren vor allem Regionen, die einen seit Jahren anhaltenden Bevölkerungsverlust zu verzeichnen haben. Im Vergleich dazu wiesen traditionelle Wachstumsregionen ein erneutes Sinken der Leerstandszahlen von Wohnungen auf. So verzeichneten die Flächenländer Baden-Württemberg (3,5 Prozent) sowie Nordrhein-Westfalen und Bayern (je 3,8 Prozent) die niedrigsten Quoten.

Keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Sicht

Nach Einschätzung des BBSR wird das Einwohnerwachstum in den deutschenGroßstädten weiter anhalten. Die Zielmarke von 400.000 Neubauwohnungen für das Jahr 2016 wird die Bundesrepublik nach derzeitigen Erkenntnissen d erneut deutlich verfehlen. Nach Meinung von Branchenexperten wird sich die Jahresbilanz für 2016 auf maximal 300.000 neu fertiggestellte Wohnungen belaufen. Dies lässt wiederum das vorhandene Wohnungsdefizit weiter steigen. Bei einer wachsenden Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsräumen und steigenden Mieten ist damit im neuen Jahr keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu erwarten.

Der Bau von Mietwohnungen sowie mehr Wohneigentum für Familien mit Kindern und für Haushalte mit mittlerem Einkommen werden daher zentrale Themen im Bundestagwahlkampf 2017 sein, wie Branchenexperten sagen.