Registrieren Sie sich, um einen persönlichen Account zu erhalten und nutzen Sie die Vorteile für Ihre individuelle Suche.
X
accentro-hitzigallee
17 08 2017
Immobilienwirtschaft fordert Wohnungsgipfel

Kürzlich erst fand im Bundeskanzleramt der „Dieselgipfel“ statt, nun soll möglichst bald ein „Wohnungsgipfel“ folgen – diesen Wunsch hat jedenfalls der Immobilienverband Deutschland (IVD) gerade in der „Bild“-Zeitung  geäußert. Teile der Wohnungswirtschaft, Immobilienexperten und Mietervertreter sollen demnach im Kanzleramt zusammenkommen und mit Regierungschefin Angela Merkel (CDU) eine neue Strategie in der Wohnungspolitik festzurren . Hintergrund ist insbesondere der Wohnraummangel, der in weiten Teilen Deutschlands herrscht und dazu beiträgt, dass die Kauf- und Mietpreise vielerorts stark anziehen.

Gründe für einen solchen Gipfel gäbe es durchaus. Die wohnungspolitischen Maßnahmen von Bund und Ländern waren in den vergangenen Jahren stark von Regulierungen geprägt. So sollen beispielsweise Mieterhöhungen durch Maßnahmen wie die Mietpreisbremse oder durch Modernisierungsverbote in Milieuschutzgebieten verhindert werden. Unerwünschte Folge vieler solcher Regulierungen ist jedoch, dass Investitionen in den Neubau und in den Bestand erschwert werden und der Wohnraummangel noch verschärft wird.

So ist trotz der enormen Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt die Zahl der bundesweiten Baugenehmigungen für neue Wohnungen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 7,6 Prozent gesunken. Diese Entwicklung steht dem sowohl von der Politik als auch von der Wohnungswirtschaft ausgegebenen Ziel, den Wohnungsbau anzukurbeln, diametra l entgegen. Diese Entwicklung ist es wohl auch, die die Forderung nährt, dass die Bundeskanzlerin selbst sich der Wohnungspolitik annehmen müsse.

Auch Eigentumsförderung gehört auf den Prüfstand

Doch nicht nur der Wohnungsbau dürfte Thema auf einem möglichen Immobiliengipfel sein, sondern auch die Wohneigentumssituation in der Bundesrepublik. Schließlich ist Deutschland mit einer Wohneigentumsquote von nur 45 Prozent Schlusslicht in der Europäischen Union, was den Immobilienbesitz angeht. Im Hinblick auf die Bedeutung von Wohneigentum vor allem für die Altersvorsorge ist dies eigentlich ein besorgniserregender Zustand.

Jedoch vernachlässigt der Staat die Eigentumsförderung schon seit längerem, hat das Thema seit dem Ende der Eigenheimzulage vor mehr als zehn Jahren weitgehend ignoriert. Die Chancen immerhin, dass bald nicht mehr nur Mieter, sondern auch Eigentümer beziehungsweise potenzielle Eigentümer in den Blickpunkt der Politik gelangen könnten, stehen gut. Sowohl Union und FDP als auch die SPD schlagen in ihren Bundestagswahlprogrammen Fördermöglichkeiten für die Bildung von Wohneigentum vor.