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accentro-hitzigallee
10 12 2015
Immobilienkäufer nutzen Niedrigzinsen für höhere Tilgung

Käufer von Eigentumswohnungen geben mehr Geld für die eigenen vier Wände aus. Dies zeigt eine Erhebung des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Wie die Analyse ergab, sind die erhöhten Ausgaben jedoch nicht etwa einer höheren Risikobereitschaft der deutschen Käufer geschuldet, sondern der dynamischen Preisentwicklung auf dem Markt für Eigentumswohnungen. Seit 2009 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um mehr als 5,5 Prozent. Die hohen Ausgaben gleichen sich jedoch laut vdp durch die günstigen Finanzierungsmöglichkeiten wieder aus.

Kreditbelastung bei Eigentumswohnungen bleibt trotz gestiegener Preise konstant

Derzeit müssen Immobilienkäufer das 5,5-fache ihres Jahresnettoeinkommens für den Kauf einer Eigentumswohnung aufwenden, 2012 war es noch das 4,5-fache. Die monatliche Kreditbelastungsquote bei selbst genutzten Eigentumswohnungen liegt jedoch seitdem beinahe unverändert bei 21 Prozent. Bei vermieteten Objekten, die als Kapitalanlage genutzt werden, sind es zudem lediglich 13 Prozent. Trotz höherer Preise ist die Fremdkapitalbelastung demnach nicht gestiegen. Der Anteil des Fremdkapitals bei der Finanzierung von Eigentumswohnungen sank insgesamt auf 76 Prozent, vier Prozent weniger als im Jahr 2012. Damit setzt sich der Abwärtstrend, der seit 2009 zu beobachten ist, weiter fort.

Auch bei Eigenheimen verhält es sich ähnlich. Die Kreditbelastungsquote blieb mit 23 Prozent unverändert und das trotz einer Zunahme der Fremdverschuldung von 74 Prozent auf 77 Prozent.

Sicherheit und Zinsbindung liegen im Trend

Die Erhebung des vdp hat gezeigt, dass sich Immobilienkäufer trotz günstiger Finanzierungsoptionen nicht zu erhöhter Risikobereitschaft hinreißen lassen. Ganz im Gegenteil. So ist die Anfangstilgung auf 3,1 Prozent gestiegen. Das lässt darauf schließen, dass die niedrigen Zinsen nicht darauf verwendet werden, das Nutzen von Fremdmitteln auf unbestimmte Zeiten auszuweiten. Insgesamt ist die gesunkene Kreditbelastung bei Eigentumswohnungen auf den gesunkenen Hypothekenzins und auf eine tendenziell sicherheitsorientierte Strategie der Immobilienkäufer zurückzuführen. Die günstigen Konditionen werden durch längere Zinsbindungsfristen von den Käufern genutzt. Beinahe die Hälfte der Darlehen hat eine Zinsfestschreibungsdauer von mehr als zehn Jahren, durchschnittlich sind es 13 Jahre.