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07 11 2019

Immer mehr Einpersonenhaushalte, immer mehr Mikroapartments

Die Zahl der Haushalte in Deutschland wächst, was einerseits am Zuzug und an der steigenden Bevölkerungszahl liegt, andererseits aber auch daran, dass die durchschnittliche Haushaltsgröße immer kleiner wird. Wie das Statistische Bundesamt im Sommer mitgeteilt hat, ist die Zahl der Einpersonenhaushalte seit 1991 um 46 Prozent und die der Zweipersonenhaushalte um 29 Prozent gestiegen, während größere Haushalte um 20 Prozent abgenommen haben. Der Anteil der Einpersonenhaushalte beläuft sich inzwischen auf 42 Prozent.1

Die wachsende Zahl der Einpersonenhaushalte führt dazu, dass Investoren immer stärker auf Mikroapartments setzen. Eine Studie von Cushman & Wakefield hat ergeben, dass das Transaktionsvolumen im Bereich Mikroapartments in Deutschland zwischen 2017 und 2018 um 85 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen ist.2 Den regional größten Anteil am Transaktionsvolumen hatten die Metropolregionen Berlin-Brandenburg, Hamburg und Frankfurt-Rhein-Main. Cushman & Wakefield zufolge lag die Nettoanfangsrendite in den Top-5-Standorten zwischen 3,75 und 4,0 Prozent (bei voll vermieteten Objekten).
 

Investoren nutzen Angebotslücke

Vor allem bei Studenten ist der Bedarf an kleinteiligem Wohnraum groß. Während die Studentenzahl in Deutschland seit 2007 um 49 Prozent angewachsen ist, sind im selben Zeitraum nur acht Prozent zusätzliche Plätze in öffentlich geförderten Wohnheimen hinzugekommen, wie der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks kürzlich der Süddeutschen Zeitung sagte.3 Private Investoren springen deshalb zunehmend in die Bresche.

Typischerweise werden neben Studenten auch Young Professionals als Mieterzielgruppe von Mikroapartments identifiziert, da diese ebenfalls einerseits häufig allein leben und andererseits das Rundumpaket zu schätzen wissen, das Vermieter von Mikroapartments meist bieten – dazu gehören etwa vollständige Möblierung, WLAN und Strom.
 

Senioren als weitere potenzielle Zielgruppe

In der Studie von Cushman & Wakefield wird außerdem betont, dass die genannten Zielgruppen oft weitere Ansprüche haben, die sich vor allem auf ein gemeinschaftliches Wohnen und Arbeiten beziehen. Dabei werden Wohn- und Arbeitszimmer geteilt, manche Anbieter kooperieren zudem beispielsweise mit Carsharing-Anbietern. Ein noch darüber hinaus gehendes Konzept ist das Coliving, bei dem einzelne Zimmer in größeren Wohnungen vermietet werden. Das unterscheidet sich nicht wesentlich von der klassischen Wohngemeinschaft, bietet Mietern durch die Einzel- und teilweise sogar nur tageweise Vermietung der Zimmer aber größere Flexibilität.

Neben Studenten und jungen Berufstätigen können auch Senioren eine wachsende Zielgruppe für Mikroapartments darstellen, prognostiziert Cushman & Wakefield. Dafür müsste bei Neubauprojekten vermehrt auf Barrierefreiheit geachtet werden. Um den generellen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum insbesondere in den Metropolregionen zu decken, sieht Cushman & Wakefield die bisher meist hochpreisigen Mikroapartments aktuell jedoch eher nicht geeignet.


1 www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/07/PD19_272_122.html;jsessionid=F79C09B2F932FDF923BE0B7016F41A26.internet731
2 www.cushmanwakefield.de/de-de/news/2019/04/microliving-studie-2019
3 www.sueddeutsche.de/geld/mikroapartments-bauen-bitte-1.4624902

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