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19 09 2013
Grün, grüner, Berlin: Kleingärten und Freiflächen sind Wohnungssuchenden wichtig

Die Hauptstädter mögen es grün: Parks, freie Flächen und Kleingärten in Berlin werden gerne für Sport, Entspannung und zum Gärtnern genutzt. Die Berliner schätzen sie sogar so sehr, dass sie grüne Flächen nicht für neue Wohnungen opfern möchten. Dabei mangelt es nicht an Sensibilität für das Problem des knappen Wohnraums: 82 Prozent sind der Meinung, dass es derzeit schwer sei, in Berlin eine Wohnung zu finden. Das geht aus einer Umfrage hervor, für die Immobilienscout24 Berliner Wohnungssuchende befragt hat.

Berliner Kleingärten sollen bleiben

59 Prozent der wohnungssuchenden Berliner lehnen trotzdem eine Bebauung von Freiflächen innerhalb des S-Bahn-Rings ab. Und eine knappe Mehrheit möchte dort auch die Kleingärten erhalten. Auch außerhalb des S-Bahn-Rings finden es 54 Prozent nicht gut, wenn Kohlkopf, Gartenzwerg und Liegestuhl neuen Appartements weichen müssen. Momentan können die Berlinerinnen und Berliner auf rund 70.000 Parzellen gärtnern, die sich auf 925 Anlagen verteilen – auf frisches Gemüse von der eigenen Scholle und Urban Gardening legen viele Hauptstädter Wert. Für mehr als 10.000 der Kleingartenparzellen gibt es aber Bebauungspläne, die Wohnungen, Industrie oder Büroflächen anstelle der Gärten erlauben.

Mehrheit für Wohnungen am Tempelhofer Feld

Womit die Umfrageteilnehmer sich schon eher anfreunden können, ist die Randbebauung des Tempelhofer Feldes. 57 Prozent stehen diesem Plan des Berliner Senates positiv gegenüber – allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft: Grün soll das ehemalige Flughafengelände bleiben, sozial soll der Wohnungsbau ausfallen. Und die Mitte des Feldes möchten die Berlinerinnen und Berliner für Sport und Freizeit bewahrt wissen. Vielleicht ist das eine Kompromisslösung, die sich auch für andere erhaltenswerte Freiflächen der Innenstadtbezirke anbietet.

Für entbehrlich halten die Befragten dagegen private Klubs und Restaurants auf Baugrundstücken innerhalb des S-Bahn-Rings. Über 90 Prozent haben kein Problem damit, wenn diese Institutionen dem Wohnungsbau weichen müssen. Darüber hinaus bieten auch ehemalige Gewerbeflächen, alte Bürohäuser und nicht mehr genutzte Bahnareale innerhalb des S-Bahnrings oder in Wohngebieten ein großes Potenzial, um dringend benötigte Wohnungen zu schaffen, ohne wertvolle Grün- und Freiflächen oder Kleingärten aufgeben zu müssen. Hier sind verstärkte Aktivitäten des Berliner Senats nötig, um den Neubau von Wohnraum auf solchen Flächen zu erleichtern.