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accentro-hitzigallee
09 11 2017
Eigenheim als Anlage sehr beliebt – trotzdem planen weniger den Kauf

Die deutschen Sparer halten selbst genutzte Immobilien mehrheitlich für das beste Instrument zum Vermögensaufbau. 54 Prozent sind dieser Ansicht, wie eine repräsentative Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) ergeben hat.1 Auf den Plätzen folgen mit einigem Abstand Wertpapieranlagen wie Aktien-, Investment- und Immobilienfonds (28 Prozent), fremd genutzte Immobilien (27 Prozent) und Renten- sowie Lebensversicherungen (jeweils 24 Prozent). Damit haben sich die Präferenzen der Deutschen in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert. Im Jahr 2007 waren noch Lebensversicherungen mit zwei Drittel der Stimmen die am meisten geschätzte Anlageform, selbst genutzte Immobilien hielten damals lediglich 27 Prozent für das beste Produkt für den Vermögensaufbau.

Dennoch ist die Bereitschaft insbesondere junger Deutscher, ein Eigenheim zu erwerben, im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Lediglich 38 Prozent der 20- bis 29-Jährigen haben der Umfrage zufolge vor, eine Immobilie zu kaufen. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 53 Prozent. Unter den 30- bis 39-Jährigen planen nur 21 Prozent, sich ein Eigenheim zuzulegen (2016: 34 Prozent). Auch im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Kaufabsicht beider Altersgruppen trotz der deutlich gestiegenen Beliebtheit von Immobilien zurückgegangen.

Einstiegshürden für Ersterwerber sind zu hoch

Die Beobachtungen der DSGV-Umfrage decken sich mit den Ergebnissen des aktuellen ACCENTRO-IW-Wohnkostenreports. Demnach ist Wohneigentum durch die historisch niedrigen Zinsen zwar äußerst erschwinglich und Kaufen vielerorts sogar deutlich günstiger als Mieten. Die Einstiegshürden sind jedoch so hoch, dass vielen jungen Haushalten die Möglichkeit zum Eigenheimerwerb versagt bleibt, wodurch die Zahl der Ersterwerber rückläufig ist. Das Problem ist insbesondere der hohe Eigenkapitalbedarf, den viele Haushalte nicht aufbringen können. Der erhöhte Kapitalbedarf kommt einerseits durch steigende Immobilienpreise zustande, andererseits durch die Grunderwerbsteuer, die in vielen Bundesländern beträchtlich gestiegen ist.Das ist dem ACCENTRO-IW-Wohnkostenreport zufolge der Grund dafür, dass in den Städten das Alter der Ersterwerber durchschnittlich 48 Jahre beträgt und die Zahl der Kinder je Käuferhaushalt sinkt. Es sind also vor allem ältere Doppelverdiener ohne Kinder, die von der Miete ins Eigentum wechseln. Dabei ist vor allem für junge Menschen die private Altersvorsorge beispielsweise durch Wohneigentum besonders wichtig. Dass der Wille dazu bei den jungen Menschen da ist, zeigt nun auch die aktuelle Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Es ist daher, so das Fazit des ACCENTRO-IW-Wohnkostenreports, die Aufgabe der Politik, für niedrigere Zugangsbeschränkungen für die Wohneigentumsbildung zu sorgen.

1 www.dsgv.de/de/presse/pressemitteilungen/171024_PM_Weltspartag17_Ergebnisse_VB_45.html