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05 07 2018
Die Zahl der Ersterwerber in Deutschland sinkt

Knapp 600.000 Haushalte haben im Jahr 2016 in Deutschland zum ersten Mal Wohneigentum erworben. Darauf wies das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) jüngst in einer neuen Studie hin. Damit ist die Zahl der Mieter, die ins Eigenheim gewechselt sind, im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken. 2013 betrug die Zahl der Ersterwerber noch 800.000 Haushalte.1

Insbesondere in den Städten gelingt immer weniger Mietern der Sprung ins Eigenheim. Lediglich 1,2 Prozent der städtischen Haushalte haben 2016 Wohneigentum erworben. Im Jahr zuvor lag die Quote noch bei 1,6 Prozent. Im ländlichen Raum ist die Ersterwerberquote dagegen von rund 1,1 Prozent auf 1,8 Prozent gestiegen.

Dem IW Köln zufolge ist es insbesondere der hohe Kapitalbedarf beim Eigentumserwerb, der mehr und mehr Mietern den Weg in die eigenen Wände versperrt. Wegen der hohen Erwerbsnebenkosten, bestehend aus der stetig steigenden Grunderwerbsteuer sowie Makler- und Notargebühren, müssten Käufer in Deutschland mehr Eigenkapital aufwenden als in anderen Ländern Europas. Es ist daher wenig verwunderlich, dass der Anteil der im Eigentum lebenden Haushalte mit nur 45 Prozent in Deutschland der niedrigste in der gesamten Europäischen Union ist.

Die große Mehrheit wünscht sich Wohneigentum

Die Forscher des IW Köln fordern deshalb weitere politische Anreize, um mehr Haushalten den Eigentumserwerb zu ermöglichen. Einerseits würde demnach eine Reform der Grunderwerbsteuer den Eigentumserwerb vereinfachen. Das IW Köln schlägt einen Stufentarif wie in Großbritannien vor, wo Käufer von günstigeren Wohnungen bei der Grunderwerbsteuer entlastet und Käufer von Luxuswohnungen stärker belastet werden. Andererseits seien staatliche Kreditausfallgarantien ein effizienter Weg, das notwendige Eigenkapital beim Wohnungskauf zu senken. Wenn dabei lange Zinsbindungen sowie Mindesttilgungen vorgegeben würden, wäre der Studie zufolge das finanzielle Risiko für den Staat gering.

Dies würde auch den Wünschen der meisten Deutschen entsprechen. Eine deutliche Mehrheit will laut der aktuellen Interhyp-Wohntraumstudie nicht mehr mieten.2 Demnach wünschen sich 76 Prozent der Befragten ein Eigenheim. Die wichtigsten Gründe für den Wunsch nach den eigenen vier Wänden sind der Studie zufolge erhöhte Gestaltungsspielräume, Absicherung im Alter, Unabhängigkeit vom Vermieter und Mietfreiheit. Die Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass 91 Prozent derjenigen, die bereits Eigentum erworben haben, mit dieser Entscheidung zufrieden sind.

1 iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/beitrag/michael-voigtlaender-pekka-sagner-zu-wenig-geld-fuers-eigenheim.html

2 wohntraumstudie.interhyp.de/download/interhyp-wohntraumstudie-2018.pdf