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26 09 2019

Die Wohnungspreise steigen kräftig, die Neubauverkäufe brechen ein

Während manche Experten schon seit einigen Jahren von stagnierenden oder gar zurückgehenden Wohnimmobilienpreisen in deutschen Großstädten ausgehen, steigen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen dessen ungeachtet weiter. Dabei hat die Dynamik zuletzt sogar wieder deutlich angezogen, wie der gerade veröffentlichte ACCENTRO Wohneigentumsreport 2019 zeigt.

Demnach lag der durchschnittliche Kaufpreis für Eigentumswohnungen in deutschen Großstädten 2018 bei 253.674 Euro und damit um 6,82 Prozent höher als ein Jahr zuvor. 2017 hatte der durchschnittliche Kaufpreisanstieg dagegen lediglich 4,52 Prozent betragen. Der ACCENTRO Wohneigentumsreport analysiert die Wohneigentumstransaktionen in den 82 bevölkerungsreichsten Städten Deutschlands. Dafür wird auf die Daten der Gutachterausschüsse der einzelnen Städte zurückgegriffen.
 

Steigende Umsätze trotz sinkender Verkaufszahlen

Die steigenden Kaufpreise sorgten dafür, dass sich das Umsatzvolumen 2018 gegenüber dem Vorjahr um 4,14 Prozent auf 31,57 Milliarden Euro erhöht hat. 2017 war noch ein leichter Rückgang des Umsatzvolumens verzeichnet worden. Die Transaktionszahlen jedoch sind wie bereits ein Jahr zuvor auch 2018 gesunken. Insgesamt wurden 2,51 Prozent weniger Verkäufe registriert. Der gleichzeitig kräftige Preisanstieg lässt darauf schließen, dass die sinkenden Verkaufszahlen nicht in einer zurückgehenden Nachfrage nach Eigentumswohnungen begründet liegen, sondern darin, dass das Angebot zu klein ist.

Die Ergebnisse des ACCENTRO Wohneigentumsreports 2019 lassen zudem annehmen, dass sich an der Knappheit des Angebots kurzfristig wenig ändern wird, denn es kommen immer weniger neue Eigentumswohnungen auf den Markt. Die Zahl der verkauften Neubauwohnungen ist 2018 um 11,62 Prozent gegenüber dem Vorjahr geradezu eingebrochen. Dieser Trend wird vorerst voraussichtlich anhalten, denn die Zahl der Baugenehmigungen für Eigentumswohnungen ist dem Statistischen Bundesamt zufolge im ersten Halbjahr 2019 ebenfalls um knapp acht Prozent zurückgegangen.1
 

Berlin boomt

Der Bau von Eigentumswohnungen kann mit der Nachfrage also offenbar weiterhin nicht Schritt halten, was zur erhöhten Dynamik der Kaufpreise in den deutschen Großstädten beiträgt. Insbesondere in Berlin zeigt sich die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. 2018 wurden in der Bundeshauptstadt 21,24 Prozent weniger Neubauwohnungen verkauft als ein Jahr zuvor.

Die daraus resultierende Angebotsknappheit führte zu einem überdurchschnittlichen Preisanstieg in Berlin – Eigentumswohnungen sind dort um 21,83 Prozent teurer geworden und lagen durchschnittlich bei 321.578 Euro. Damit ist Berlin inzwischen die fünftteuerste Großstadt in Deutschland.


1 www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/08/PD19_305_31111.html;jsessionid=CA6001BA8EF58CACB2B499EF40A019D1.internet732