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16072020

Die deutsche Sparquote ist hoch, die Wohneigentumsquote bleibt sehr gering

Die deutschen Privathaushalte haben im internationalen Vergleich eine überdurchschnittlich hohe Sparquote. In einem Vergleich von 18 OECD-Ländern durch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat sich ergeben, dass die Deutschen im Schnitt elf Prozent ihres verfügbaren Einkommens nicht für den Konsum ausgeben – während der Medianwert aller untersuchten Länder lediglich fünf Prozent beträgt. Die Sparquote in Deutschland ist außerdem relativ konstant und seit 1995 ungefähr auf dem gleichen Niveau geblieben, während beispielsweise die Sparquoten in den USA oder in Japan in diesem Zeitraum gesunken sind.1

Die Motive, aus denen die Deutschen sparen, sind vor allem langfristiger Natur – so spart einer Umfrage des  Verbands  der  Privaten  Bausparkassen zufolge zum Beispiel mehr als die Hälfte der Deutschen für die eigene Altersvorsorge. Auch die eigene Immobilie ist für deutsche Haushalte ein wichtiger Grund zum Sparen: 39,3 Prozent der Befragten gaben ab, dass sie für den Erwerb oder die Renovierung von Wohneigentum sparen.
 

Viele Mieter sind bereit, für ein Eigenheim den Konsum einzuschränken

Trotz der im internationalen Vergleich hohen Sparquote ist die Wohneigentumsquote in Deutschland dennoch vergleichsweise sehr niedrig. Lediglich 46,5 Prozent der deutschen Haushalte leben in den eigenen vier Wänden.2 Das ist einer der niedrigsten Werte in Europa, in Norwegen beispielsweise leben 82 Prozent im Eigenheim, in Italien 77 Prozent und in Frankreich immerhin 58 Prozent.3

Dabei kann es am fehlenden Willen, für den Erwerb von Wohneigentum zu sparen, ja offensichtlich nicht liegen. Das zeigt auch eine YouGov-Umfrage aus diesem Jahr, der zufolge lediglich 13 Prozent der deutschen Mieter nicht bereit sind, für das Ansparen von Eigenkapital für den Immobilienerwerb ihren Konsum einzuschränken. Die Hälfte der Mieter würde sich Wohneigentum wünschen.4
 

Eigentümer haben sechsmal so viel Vermögen wie Mieter

Dass dieser Wunsch sehr vernünftig ist, zeigt ein Vermögensvergleich zwischen Mietern und Eigentümern, den die Europäische Zentralbank kürzlich vorgenommen hat. In der Eurozone verfügen demnach Wohneigentümer über ein sechsmal so großes Vermögen als Mieter. Während Mieter über ein durchschnittliches Vermögen von lediglich 51.500 Euro verfügen, umfasst das Durchschnittsvermögen von Wohneigentümern rund 300.000 Euro.5

So kommt es auch, dass die Vermögensungleichheit weiter zunimmt. Wohneigentümer haben in den vergangenen Jahren stark von der positiven Wertentwicklung von Wohnimmobilien profitiert. Wer über kein Wohneigentum verfügte, an dem gingen diese Wertzuwächse jedoch vorbei.


1 www.iwkoeln.de/studien/iw-trends/beitrag/markus-demary-entwicklung-des-geldvermoegens-der-privaten-haushalte-in-zeiten-niedriger-zinsen.html
2 www.immobilien-zeitung.de/1000065083/gefaelle-zwischen-mietern-und-eigentuemern-wird-immer-groesser
3 www.lbs-markt-fuer-wohnimmobilien.de/inhalt/bestandszahlen/wohneigentumsquoten-in-deutschland-europa/
4 www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/mieten-und-wohnen/warum-der-traum-vom-eigenheim-so-haeufig-platzt-16692307.html
5 www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ezb-studie-reiche-gewinnen-arme-verlieren-1.4861850

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