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accentro-hitzigallee
06 07 2017
Der Berlin-Boom kommt erst noch

In den vergangenen Wochen konnte man wieder vermehrt von „ersten Überhitzungssignalen“ und „Preisplateaus“ am deutschen Wohnimmobilienmarkt in der Presse lesen. Vor allem mit Blick auf Berlin heißt es da: Wer jetzt noch kauft, sollte vorsichtig sein – weitere Preissteigerungen seien kaum mehr zu erwarten. Im Umkehrschluss müsste das bedeuten, dass die Immobilienpreise in Berlin hoch sind, zu hoch. Doch das stimmt nicht. Berlin ist nach wie vor eine der günstigsten Hauptstädte der Welt und eine der günstigsten Metropolen Deutschlands. Der wahre Berlin-Boom wird erst noch kommen. Und dafür gibt es mehrere Gründe.

Weiterhin günstige Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Berlin sind im internationalen Vergleich nach wie vor sehr niedrig. Mal kommt Berlin auf Platz 48 der teuersten Städte der Welt, mal auf Platz 120. Dass in keiner anderen Stadt von diesem Format das Leben derart erschwinglich ist, das hat gewiss Folgen. Berlin zieht junge Menschen an, Kreative, Gründer und Touristen. Berlin zieht junge Arbeitnehmer und Familien an – und eben auch Investoren.

Bedarf an Wohnraum wird nicht gedeckt

Der Ansturm auf Berlin – jährlich wächst die Stadt derzeit um beinahe 50.000 Einwohner – hat naturgemäß Auswirkungen auf die Entwicklung der Immobilienpreise. Insbesondere, da in Berlin viel zu wenig Wohnungen gebaut werden. Einer Analyse des IW Köln zufolge liegt der Bedarf an jährlichem Neubau in Berlin bei 32.000 Wohnungen. Im Jahr 2016 wurden aber nur 13.000 Wohnungen gebaut. Dass die Preise steigen, wenn der laufende Bedarf nicht befriedigt wird und die Nachfrage gleichzeitig weiter wächst, liegt auf der Hand. Da kann man schlecht von einer Blase sprechen.

Gleichzeitig wird immer wieder auf die Preisentwicklungen in Berlin verwiesen. Und in der Tat, laut dem Wealth-Report von Knight Frank erreicht Berlin mit Blick auf Preiszuwächse derzeit Platz 13 weltweit. Doch das gilt erstens ausschließlich für das Luxus-Segment und keineswegs für Eigentumswohnungen in den bezahlbaren und mittleren Bereichen. Und zweitens dürfen Preisentwicklungen nicht gleichgesetzt werden mit absoluten Preisen. Denn Berlin kommt sprichwörtlich von ganz unten. Noch vor zehn Jahren, im Jahr 2007, lagen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in der deutschen Hauptstadt bei knapp 1.700 Euro. Es ist also noch genug Entwicklungspotenzial.