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21 08 2014
Boom beim Wohnungsbau reicht nicht

Die Wohnungssituation in den deutschen Metropolen ist angespannt – das sorgt  für steigende Mieten und Kaufpreise. Um die Wohnungsmärkte zu entlasten und auf die hohe Nachfrage antworten zu können, hilft nur der Wohnungsneubau. Was lange bekannt ist, spiegelt sich seit einiger Zeit auch in den Zahlen wider. So belegen auch die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Wohnungsneubau den Neubau-Boom: Im ersten Halbjahr 2014 wurden in Deutschland 136.800 Wohnungen genehmigt – 9,6 Prozent bzw. 12.000 Wohnungen mehr als im Vergleichszeitraum 2013. Laut Bundesamt setze sich damit die positive Entwicklung der vergangenen vier Jahre (2010: + 5,2 Prozent 2011: + 27,9 Prozent, 2012: + 4,9 Prozent und 2013: + 9,6 Prozent) auch in diesem Jahr fort. Dennoch wird eines deutlich: Der Neubau kann mit der stark steigenden Nachfrage noch immer nicht Schritt halten, insbesondere in Berlin.

Zahl der Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen gestiegen

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden insgesamt 118.700 Neubauwohnungen genehmigt. Das sind 7,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Während die Zahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser leicht zurückging (-1,0 Prozent und -0,4 Prozent), nahmen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (+12,8 Prozent) und Eigentumswohnungen (+14,3 Prozent) zu. Der höchste Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurde mit +31,6 Prozent bei Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden verzeichnet.

Wohnungsbau in Berlin weiterhin zu knapp

Auch und besonders in der Bundeshauptstadt ist Wohnraum knapp. Der Senat hat die Notwendigkeit des Neubaus erkannt und kooperiert mit Bauträgern, um den Wohnungsbau voranzutreiben. Ende Juni schloss er beispielsweise mit den Bezirken ein Wohnungsbaubündnis, wonach bis 2025 jährlich mindestens 10.000 neue, sowohl vom Land als auch von privaten Investoren finanzierte Wohnungen entstehen sollen. In diesem Jahr werden voraussichtlich 6.800 Wohnungen fertiggestellt – deutlich zu wenig gemessen an fast 42.000 Einwohnern, die Berlin allein im vergangenen Jahr durch Zuzüge hinzugewonnen hat.
Der Bedarf an neuem Wohnraum in Berlin kann also noch längst nicht gedeckt werden. In einer aktuellen Studie des Analyse- und Beratungsunternehmens Bulwiengesa konnte gezeigt werden, dass in den kommenden fünf Jahren etwa die doppelte Anzahl, nämlich rund 20.000 neue Wohnungen, benötigt werden. Im Rahmen der Studie wurde weiter ermittelt, dass derzeit rund 13.900 Wohnungen in über 190 einzelnen Projekten in der Hauptstadt realisiert werden. Bis diese dem Wohnungsmarkt zugeführt werden, wird es aber noch etwas dauern. Daher wird die Nachfrage nach Wohnungen in bereits bestehenden Gebäuden wohl auch in den nächsten Jahren nicht abreißen und für private Kapitalanleger ein lukratives Investment darstellen.