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11 08 2016
Berlin verzeichnet neuen Rekord bei Zuwanderung

Berlin konnte im Jahr 2015 so viele zugezogene Einwohner für sich gewinnen wie seit dem Mauerfall im Jahr 1989 nicht mehr. Nach Angaben der Investitionsbank Berlin sind letztes Jahr knapp 183.000 Menschen in die deutsche Hauptstadt gezogen. Zieht man die Abwanderungen des gleichen Zeitraumes ab, so ergibt sich eine Nettozuwanderung von knapp über 40.000 neuen Einwohnern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzeichnete die Bundeshauptstadt im vergangenen Jahr 16 Prozent mehr Menschen, die neu nach Berlin gezogen sind, als noch im Jahr 2014. Gründe dafür sieht die Behörde vor allem in den Zuzügen von Menschen aus anderen Staaten. Während die Zahl der zugezogenen Deutschen im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent gesunken ist, kamen dafür mehr Neu-Berliner mit einem ausländischen Pass in die deutsche Hauptstadt. Besonders anziehend ist Berlin für Zuwanderer aus der Europäischen Union. Der Investitionsbank Berlin zufolge machten im Jahr 2015 EU-Bürger mit 11.329 Personen gut ein Viertel der Nettozuwanderung aus. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen kommen im Durchschnitt jedes Jahr insgesamt 20.000 Bürger aus den EU-Staaten neu nach Berlin. In den vergangenen fünf Jahren kamen allein aus dieser Gruppe der Zuzügler sogar mehr als 100.000 in die deutsche Hauptstadt.

Stetig wachsende Bevölkerung und Wohnraummangel

Wie die Investitionsbank Berlin weiterhin mitteilte, sind seit dem Jahr 2010 im Durchschnitt jedes Jahr 40.000 mehr Menschen in die Hauptstadt gezogen. In den letzten fünf Jahren ist Berlins Bevölkerung durch Zuwanderung um 200.000 Einwohner gewachsen. Ende des Jahres 2015 lag die Bevölkerungszahl damit wieder bei über 3,5 Millionen, nachdem sie im Zuge des Zensus am 9. Mai 2011 von 3,5 Millionen auf 3,35 Millionen nach unten korrigiert worden war. Die Investitionsbank Berlin sieht die anhaltende Zuwanderung nach Berlin positiv, vor allem für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins.

Das hochdynamische Wachstum Berlins stößt jedoch auf einen akuten Wohnraummangel in der Stadt. Dem aktuellen „Wohnatlas 2016 – Leben in der Stadt“ der Postbank zufolge braucht Berlin bis zum Jahr 2030 16,7 Prozent mehr Wohnungen im Neubau. Das entspricht knapp 320.000 Wohnungen. Im gültigen Stadtentwicklungsplan der zuständigen Berliner Senatsverwaltung wird der Neubaubedarf an Wohnungen bis zum Jahr 2025 lediglich auf 137.000 Wohnungen beziffert. Zwar sind im Jahr 2015 mehr als 2.000 Wohnungen mehr gebaut worden als noch im Jahr 2014, doch die deutsche Hauptstadt gehört noch immer zu den Städten, in denen der Bedarf an neuen Wohnungen am höchsten ist. Der neue Bevölkerungsrekord bei gleichzeitiger Unterversorgung mit Wohnraum wird die Mieten und Kaufpreise in der Stadt auch weiterhin steigen lassen.