Registrieren Sie sich, um einen persönlichen Account zu erhalten und nutzen Sie die Vorteile für Ihre individuelle Suche.
X
accentro-hitzigallee
01 09 2016
Berlin ist auf Erfolgskurs und schafft ökonomische Trendwende

Berlin liegt nach einer langen Phase der Stagnation auf einem stabilen Wachstumskurs. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). So ist die Zahl der Arbeitslosen innerhalb von zehn Jahren fast halbiert worden und von 19 Prozent auf knapp zehn Prozent gesunken. In der deutschen Hauptstadt ist die Anzahl der Erwerbstätigen mit einem Plus von 290.000 Beschäftigten sogar stärker als im gesamtdeutschen Durchschnitt gestiegen. Ferner stieg die Wirtschaftskraft um 42 Prozent und damit um elf Prozent mehr als in der gesamten Bundesrepublik. Darüber hinaus stellte das DIW einen hohen Grad an Unternehmensgründungen in Berlin fest. Außerdem sind viele Berliner selbstständig tätig. Rund 16 Prozent der Erwerbstätigen in Berlin sind selbständig – das sind deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (zehn Prozent). Insgesamt weist Berlin zudem im Vergleich zu anderen Bundesländern ein hohes Niveau an gut qualifizierten Fachkräften auf.

Erstmals finanzielle Spielräume

Auch Berlins Finanzen entwickeln sich gut. Seit Jahren lassen diese wieder Spielräume zu. So flossen die Haushaltsüberschüsse der Jahre 2014 und 2015 nun erstmals in das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA). Nicht zuletzt konnte Berlin auch einen guten Teil seiner Schuldenlast abbauen. Im vergangenen Jahr konnte die deutsche Hauptstadt die Schulden der öffentlichen Hand um fast eine Milliarde Euro auf 58,7 Milliarden Euro senken. Das ist ein Rückgang um 1,6 Prozent. Damit gehört Berlin zu den neun Bundesländern, die 2015 ihre Schuldenstände verringern konnten. Berlin konnte durch die gute wirtschaftliche Lage das Verschuldungsniveau nachhaltig senken. Verstärkte Investitionen in die Berliner Infrastruktur sind nach Angaben des DIW auch dringend notwendig. So muss aufgrund der zunehmend wachsenden Berliner Bevölkerung der öffentliche Nahverkehr modernisiert und ausgebaut werden. Auch Investitionen in die Wirtschaftsförderung sieht das DIW als notwendig an. Zwar hat Berlin durch seine Gründungsdynamik eine hervorragende Ausgangssituation, doch bedarf es nach DIW-Ansicht besserer Rahmenbedingungen. Berlin muss für junge, innovative Unternehmen durch ein aktives Standortmarketing attraktiver werden. So sollten hochwertige Gewerbe- und Industrieflächen bereitgestellt und administrative Verfahren serviceorientiert verbessert und beschleunigt werden. Gezielte Kooperationen etwa mit dem High-Tech-Gründerfonds könnten die Beschaffung von Risikokapital erleichtern. DIW-Präsident Marcel Fratzscher schätzt dennoch die Berliner Zukunft überaus positiv ein und prognostiziert „goldene Jahrzehnte“. Berlin hat nach Einschätzung des DIW-Präsidenten viel Potenzial. Der Wirtschaftsstandort Berlin kann noch attraktiver gestaltet werden, befindet sich aber auf dem richtigen Weg zur ökonomischen Trendwende.