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02 04 2020

Baugenehmigungen in Deutschland sind überraschend gestiegen

Die Nachrichten, die Mitte März vom Statistischen Bundesamt überbracht wurden, bergen Grund zum Optimismus – die Zahl der Baugenehmigungen ist 2019 nämlich einigermaßen überraschend angestiegen. Der Bau von 360.600 Wohnungen wurde genehmigt, das ist ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreswert und immerhin der höchste Wert seit 2016.

Besonders erfreulich ist, dass der Bau von Mehrfamilienhäusern überdurchschnittlich stark vorankommt, da dieses Segment entscheidend ist für die Bekämpfung der Wohnungsnot in den Ballungszentren. Um 4,6 Prozent sind die Genehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern angestiegen. Ähnliches gilt für durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstehende Wohnungen, deren Zahl 2017 und 2018 noch eingebrochen war, aber 2019 um mehr als zehn Prozent zunahm. In den Großstädten ist Nachverdichtung aufgrund des Baulandmangels ein elementarer Faktor bei der Erhöhung des Wohnraumangebots.1
 

Fertigstellungszahl wird kaum steigen

Dennoch entsprechen die Genehmigungszahlen noch immer nicht dem von der Großen Koalition formulierten Ziel, bis Ende 2021 für den Bau von 1,5 Millionen Wohnungen zu sorgen – zumal in der Praxis nicht jede Wohnungsgenehmigung tatsächlich zum Bau der Wohnung führt. Der Bauüberhang war in den vergangenen Jahren jedenfalls gewaltig, 2018 gab es knapp 700.000 genehmigte, aber nicht fertiggestellte Wohnungen.2 In Schätzungen heißt es, dass die Fertigstellungszahl auch 2019 kaum über die 300.000-Marke hinauskommen wird.3

Noch lässt sich außerdem nicht abschätzen, welche kurz- und mittelfristigen Auswirkungen die Corona-Pandemie auf den Wohnungsbau haben wird. Ein negativer Effekt auf die Baufertigstellungen in diesem Jahr ist durchaus im Bereich des Möglichen, wodurch der Druck auf den Wohnungsbau und die Anspannung der Wohnungsmärkte in den kommenden Jahren zusätzlich erhöht würden.
 

Das Baubeschleunigungsgesetz hängt fest

Die Wohnungswirtschaft wartet schon seit Längerem auf politische Impulse, um den Wohnungsbau in Deutschland effektiv zu beschleunigen. Der Wohngipfel, der im September 2018 im Kanzleramt stattfand, liegt inzwischen anderthalb Jahre zurück – in diesem Zeitraum wurden zwar viele mietrechtliche Eingriffe umgesetzt, aber konkrete Maßnahmen für den Wohnungsbau gab es kaum.

Das sogenannte Baubeschleunigungsgesetz, das die Planungsverfahren vereinfachen und den Wohnungsbau somit beschleunigen soll, ist zwar schon lange angekündigt, befindet sich aber noch nicht einmal in der parlamentarischen Beratung. Stattdessen wird es noch immer zwischen den Kabinettressorts abgestimmt.4 Man muss also nach wie vor festhalten, dass der Beschleunigung des Wohnungsbaus politisch wenig Priorität eingeräumt wird.


1 www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/03/PD20_100_31111.html
2 www.haufe.de/immobilien/entwicklung-vermarktung/marktanalysen/destatis-baugenehmigungen-fuer-wohnungen-deutlich-gestiegen_84324_511962.html
3 www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/statistisches-bundesamt-mehr-baugenehmigungen-fuer-wohnungen-doch-auch-sorgen-wegen-corona/25651752.html
4 www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/so-will-die-koalition-den-wohnungsbau-beschleunigen_84342_511536.html

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